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Klimawandel – Deutlich mehr exotische Muscheln an Flanderns Stränden

Der diesjährige Muschelzähltag hat zu überraschenden Ergebnissen geführt.  Trotz des schlechten Wetters nahmen 800 Freiwillige an der Veranstaltung teil und sie zählten über 38 000 Muscheln.  Zum ersten Mal konnten sich Muschelfreunde aus den Niederlanden und Frankreich den flämischen Strandbesuchern bei dieser interessanten Aktion anschließen. Etwa 15 % der gefundenen Muscheln stammen inzwischen von anderen Kontinenten.

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Böen von bis zu 80 km/h und Wolkenbrüche konnten die Freiwilligen nicht abschrecken, die sich an zehn Strandabschnitten versammelt hatten, um Muscheln zu zählen.  "Es war schwierig", fand der 10-jährige Sebastian.  "Wegen des Windes waren viele Muscheln unter dem Sand versteckt, aber wir haben trotzdem eine Menge gefunden".

Sebastians Eimer enthielt eine japanische Auster, eine chinesische Hutmuschel, Muschelschalen aus dem Baltikum und ein paar atlantische Schwertmuscheln.

"Sehr zu unserer Überraschung tauchen hier viele neue Arten auf", erklärt Meeresbiologe Francis Kerckhof.  "Ein Muschelzähltag liefert uns eine Menge Daten.  Wir haben Muschelarten gefunden, die nicht dokumentiert sind, aber auch exotische Muscheln wie die Manila-Teppichmuschel und die Teichmuschel, die zufällig hier gelandet sind".

Die globale Erwärmung zum Teil mitverantwortlich

"Früher dachte man, dass es an unserer Küste eigentlich zu kalt sei, aber inzwischen ist die durchschnittliche Wassertemperatur gestiegen, und wir sehen, dass sich exotische Muscheln wie die Manilamuschel hier gut entwickeln", so Kerckhof.

Die Einbeziehung der Niederlande und Frankreichs in die Zählung bedeutet, dass mittlerweile auf einem 400 km langen Strandabschnitt die Muschelschalen analysiert werden können.  Insgesamt wurden 85.000 Muscheln gezählt.  An der flämischen Küste wurde die Ostseemuschel am häufigsten gefunden, gefolgt von der Herzmuschel, der Miesmuschel und der Atlantischen Schwertmuschel (Foto unten).

Jedes Jahr werden zwischen 50 und 70 Arten von Muscheln gefunden.  15 % dieser Arten stammen von anderen Kontinenten. Jan Seys vom Flämischen Maritimen Institut erklärt, mehrere Arten ausländischer Muscheln könnten sich inzwischen problemlos an unsere Gefilde anpassen. „Die Zählung wird zeigen, wie leicht sie sich inzwischen vermehren".

"Manchmal werden exotische Muscheln absichtlich eingeführt, aber es kann auch sein, dass sie zufällig hierher gelangt sind.  Larven und Muscheleier gelangen oft mit dem Wasser internationaler Schiffe hierher.  Einige gedeihen hier.  Das merkt man bei den atlantischen Schwertmuscheln.  Sie kamen in den achtziger Jahren nach Europa, und ihre Zahl hat seitdem zugenommen".

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