Rund zwanzig Brüsseler Kultureinrichtungen, darunter die Beursschouwburg und das Kaaitheater, haben sich während des Ramadan mit dem Label "Ramadan-freundlich" gekennzeichnet, um sicherzustellen, dass Muslime, die sie besuchen, in einer Weise empfangen werden, die ihren Bedürfnissen entspricht.
Flämischer MP kritisiert "Ramadan-freundliches" Label einiger Brüsseler Kultureinrichtungen
Zu den Maßnahmen, die einen Veranstaltungsort "Ramada-freundlich" machen, gehört die vorherige Ankündigung von Gewalt, Nacktheit oder Musik, die in einer Aufführung vorkommen könnten. Spielstätten wie die Beursschouwburg und das Kaaitheater werden vom flämischen Kulturministerium subventioniert. In der Mittwochsausgabe der Tageszeitung 'Het Laatste Nieuws' wird berichtet, dass Jan Jambon (N-VA, flämische Nationalisten, Foto, )der flämische Ministerpräsident, der auch Kulturminister in der flämischen Regierung ist, , die "Ramadan-freundliche" Initiative kritisiert.
In einem Brief, den Jambon an flämische Kulturzentren schickte, schrieb er: "Eine solche religiöse Einmischung in die kulturelle und künstlerische Praxis erscheint mir sehr problematisch." Der Kulturminister befürchtet, dass die Initiative zu einer Art Selbstzensur unter den Kulturschaffenden führen könnte.
„Dabei sollte Kultur doch dazu da sein, zu begeistern, herauszufordern und zu überraschen. Meiner Meinung nach zeigt dies auch eine etwas paternalistische Sichtweise", so Jambon. Er befürchtet, dass das Etikett "Ramadan-freundlich" trotz der guten Absichten, die dahinter stecken, zu mehr Vorurteilen und gegenseitigem Misstrauen führen wird.
Kaaitheater: "Menschen vor unangenehmen Erfahrungen schützen"
Das Kaaitheather in Brüssel, eine der Kulturstätten, die sich dem "Ramadan-freundlichen Label" angeschlossen haben, erklärte gegenüber "Het Laatste Nieuws", dass die Inhaltswarnungen nur eingeführt worden seien, "um zu verhindern, dass die Menschen eine unangenehme Erfahrung machen".
„Wir wollen unsere Aufführungen leichter zugänglich machen und Barrieren abbauen. So gab es zum Beispiel schon unsere "Pay what you can"-Kampagne. Auch wurden sowohl Kulturschaffende als auch die Öffentlichkeit gefragt, wie wir Barrieren für die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen für Menschen, die aktiv am Ramadan teilnehmen, abbauen können. Dies führte zu einer Reihe von Maßnahmenvorschlägen, die nun online aufgelistet sind".
Die Unterzeichner der "Ramadan-freundlichen" Charta erklären, dass das Ziel darin bestehe, eine Reihe von Instrumenten und eine Liste bewährter Verfahren zur Verfügung zu stellen, um einen integrativen Ansatz zu verfolgen und Diskriminierung an Veranstaltungsorten zu bekämpfen, an denen ein erheblicher Prozentsatz des Publikums und des Personals muslimischen Glaubens ist.
