Eigentlich hat die belgische Supermarktkette mit ihrem Sozialkonflikt wegen des geplanten Verkaufs von 128 eigenverwalteten Filialen an Franchisenehmer, doch jetzt wurde bekannt, dass das Unternehmen einen Markt in der entweihten Sint-Anna-Kirche in Gent einrichten darf. Eine Bürgerinitiative gegen diesen Umbau hatte die Genehmigung lange verzögert.
Delhaize darf einen Supermarkt in der Sint-Anna-Kirche von Gent eröffnen
Der Rat für Streitfälle bei Genehmigungen hat eine Berufung gegen die von der Stadt Gent erteilte Baugenehmigung der Bürgerinitiative SOS Sint-Anna für unbegründet erklärt. Das bedeutet, dass der neuen Bestimmung für die Nutzung der entweihten neo-gotischen Kirche nichts mehr entgegensteht.
Die Neubestimmung der Kirche hatte vor einiger Zeit für Demonstrationen in Gent gesorgt und auch die Opposition im Rathaus ist mit dem Vorgang nicht unbedingt einverstanden. Doch jetzt können die Pläne von Delhaize dort - unter Vorbehalten - umgesetzt werden.
Schwieriges Dossier
In der Sint-Anna-Kirche werden eine Markthalle, eine Weinbar und ein Restaurant eingerichtet. Der vordere Teil der Kirche allerdings bleibt für jedermann zugänglich. Die von Anwohnern stark kritisierten Appartementgebäude auf dem Nebengelände der Kirche werden nicht gebaut, doch die monumentale Fassade des ehemaligen Gotteshauses wird das Delhaize-Logo zieren.
Das Sint-Anna-Dossier hat sich für die Stadt Gent zu einem problematischen Unterfangen entwickelt. Der Umbau wird mit Renovierungs- und Baukosten von rund 6 Mio. € veranschlagt und der Unterhalt des Gebäudes beläuft sich pro Jahr auf zwischen 100.000 und 200.000 €. Das ist Geld, dass die Stadt Gent, die Besitzer des Gebäudes bleibt, nicht unbedingt hat oder bezahlen will…
