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Inland
Politik

Flämische BBB-Bauernpartei nach dem niederländischen Erfolg

Eine Landwirtin aus dem belgischen Bundesland Flandern hat nach dem Erfolg der Bauernpartei BoerBurgerBeweging (BBB) bei den letzten Wahlen in den Niederlanden eine gleichnamige Bewegung gegründet. Eine entsprechende Facebook-Gruppe zählte schnell rund 14.000 Mitglieder und daraufhin soll es zu einer Parteigründung kommen. Doch diese soll sich nicht nur auf die Landwirtschaft beschränken, so Gründerin Tine Hermans (Foto): „Wir wollen allen Menschen eine Stimme in der Politik geben, nicht nur den Bauern.“ Ziel der flämischen BBB ist, 2024 in Flandern an der Wahl teilzunehmen.  

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

In den benachbarten Niederlanden ist die BBB mit ihrer Spitzenkandidatin Caroline van der Plas bei den letzten Wahlen vor kurzem aus dem Stand heraus größte Partei geworden. 

Diesem Beispiel will die Landwirtin Tine Hermans aus Merksplas in den Kempen in der Provinz Antwerpen folgen und arbeitet jetzt daran, dass ihre über Facebook gegründete Bewegung BoerBurgerBelangen zur Partei werden kann: „Wir sprechen darüber mit verschiedenen Leuten. Ziel ist jedenfalls, bei den Wahlen 2024 in ganz Flandern anzutreten.“

Der Beschluss, eine BBB-Partei in Flandern zu gründen, sei erst vor anderthalb Wochen gefallen, so Tine Hermans gegenüber der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad. Man brauche also noch Zeit, Leute dafür zu finden: „Diese Leute werden sich im Laufe der Zeit schon bemerkbar machen.“ 

Stickstoffproblematik?

In den Niederlanden entstand die BBB aus den Protesten der Bauern gegen die strenge Stickstoffpolitik der Regierung, die damit ihre Klimaziele erreichen will. Ähnliche Proteste gibt es auch in Flandern, wo die Landwirtschaft ebenfalls gegen die entsprechende Politik der Landesregiering demonstriert. Doch die flämische BBB will sich nicht nur auf die Bauern konzentrieren, so Tine Hermans: „Das geht viel weiter. Die Leute wollen, dass auf eine andere Weise Politik betrieben wird, nicht nur die Bauern. Sie haben das Gefühl, von der Politik nicht ernst genommen zu werden und dass diese ihnen gegenüber nicht ehrlich ist. Das wollen wir ändern.“ 

Rechts oder Zentrum?

Die flämischen Christdemokraten der CD&V bekommen jetzt kalte Füße, denn sie vertreten bisher traditionell die Belange der Landwirte. Landesarbeitsminister Jo Brouns von der CD&V sagte am Sonntag in der VRT-Sendung „De zevende dag“ („Der siebte Tag“), dass Tine Hermans gut und gerne einen Listenplatz bei seiner Partei haben könne.

Und inzwischen gehen die rechtsradikalen von Vlaams Belang im Zuge der Stickstoffproteste auf die Landwirte zu, um diese bei der -CD&V wegzulocken. Tine Hermans sagte dazu gegenüber Het Nieuwsblad: „Wir wollen nicht polarisieren, im Gegenteil. Wir wollen viel mehr verbinden und Lösungen suchen. Wir wollen zuhören und den Dialog stimulieren. Die Lösungen liegen zumeist im Zentrum und nicht bei einer extremen Partei wie Vlaams Belang.“

Gegenüber VRT NWS sagte Hermans: „Wir wollen frei und ungebunden sein.“ Hier ging sie auch auf die Leute ein, die an der Parteigründung beteiligt sind: „Es ist unglaublich, wie viel Basis wir schon haben. Wir sind schon von Fachleuten umringt. Das sind Juristen und viele Leute aus dem gesellschaftlichen Mittelfeld, die mitmachen wollen.“ 

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