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Chantal Akerman: "Marcher à coté de ses lacets dans un frigidaire vide"

"Four Sisters", eine Ausstellung zu 4 seelenverwandten Künstlerinnen im Jüdischen Museum in Brüssel

Das Jüdische Museum in Brüssel zeigt seit dieser Woche eine außergewöhnlich spannende Ausstellung, in die 4 Künstlerinnen Chantal Akerman, Marianne Berenhaut, Sarah Kaliski und Julia Pirotte über ihr Schaffen miteinander in den Dialog gehen. Den Frauen ist eines gemeinsam: Sie waren Jüdinnen aus verschiedenen Generationen, deren Eltern als staatenlose Personen in den Wirren der 1930er Jahren vor dem Antisemitismus dieser Zeit flohen. Diese Künstlerinnen lebten alle in Brüssel und haben entweder direkt oder auch nur indirekt die Besetzung unseres Landes erlebt, waren allerdings zeitlebens davon gezeichnet. 

Andreas Kockartz
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Chantal, Marianne, Sarah und Julia sind nach Ansicht der Kuratoren des Jüdischen Museums in der belgischen Hauptstadt Schwestern oder zumindest Seelenverwandte, auch wenn sie verschiedene Eltern haben. Sie, aus Polen stammende Jüdinnen, überlebten oder lebten, weil ihre Eltern und andere Personen Widerstandskraft während der deutschen Besetzung Belgien an den Tag legten.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Sarah Kalinsky: "Napperon"

Der Titel der Ausstellung ist nicht weithergeholt, denn Claude Lanzmann drehte Ende der 1970er Jahre den Film „The Four Sisters Returned from the Death Camps“ über Ruth Elias, Ada Lichtman, Paula Biren und Hanna Marton, in dem über 70 Zeitzeugen von ihren Erfahrungen aus der Shoah berichten.

Kunst, die auf Basis der eigenen Geschichte entstand

Künstlerinnen und Künstler haben stets ihre eigene Art und Weise, kreativ zu sein und nicht selten ist ihr eigenes Leben, ihre eigene Geschichte hier der rote Faden. Das ist auch bei den hier zu sehenden Künstlerinnen Chantal Akerman (Filmemacherin), Marianne Berenhaut (Bildhauerin), Sarah Kaliski (Malerin) und Julia Pirotte (Fotografin) der Fall. Sie lebten und arbeiteten in ihrem eigenen Universum und sind sich wohl bewusst oder unbewusst in Brüssel auch einmal über den Weg gelaufen.

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Marianne Berenhaut: "Les jumeaux"

„Four Sisters“ ist eine Ausstellung, die versucht, die künstlerische Geschichte dieser 4 Frauen über deren Werk zu erzählen. Damit wird auch die Geschichte des vergangenen Jahrhunderts erzählt, denn diese Künstlerinnen haben mit ihrem Schaffen von Brüssel aus das Weltgeschehen kommentiert. Und deren rote Fäden laufen im Jüdischen Museum zusammen und beweisen bis in die heutige Zeit hinein, dass sie auch andere, jüngere Generationen beeinflussen konnten und können.

Erinnerungen führen zu neuen Wurzeln

Die Kunst und die Geschichten der „Four Sisters“ vermischen sich mit Fiktion, mit dem heutigen Geschehen und sorgen dafür, dass neue Muster entstehen, die laut Jüdisches Museum „den Moment einer Erinnerung, die nur gebildet werden kann, in dem sie geteilt wird.“

„Four Sisters“, noch bis zum 27. August 2023, im Jüdischen Museum Brüssel, Miniemenstraat 21, 1000 Brüssel. Info: https://www.mjb-jmb.org/

Julia Pirotte: "Selfportrait"

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