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Gesundheit

Immer mehr Pflegekräfte in Belgien sind Selbständige

Mehr und mehr Pflegerinnen und Pfleger in Belgien gehen den Weg in die Selbständigkeit. Innerhalb von 4 Jahren ist die Zahl der Pflegekräfte mit Selbständigen-Status im hiesigen Pflege- und Gesundheitsbereich um 35 % angestiegen, wie der Personaldienstleister Acerta in einer Analyse der Zahlen des Landesinstituts der Sozialversicherungen für Selbständige (LISVS) im Vorfeld der „Woche der Pflege“ herausfand. In Flandern wird immer mehr an Quereinsteiger in Sachen Pflegeberuf gedacht, was auch finanziell gefördert wird. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Der HR-Dienstleister Acerta ist der Ansicht, dass diese Entwicklung für den akuten Arbeitskräftemangel im Pflege- und Gesundheitsbereich positiv ist. Inzwischen hat sich dieser Bereich zum am stärksten vom Facharbeitermangel betroffenen Sektor in Belgien entwickelt.

Die Zahl der selbständigen Pflegekräfte ist seit 2017 in Belgien um 35 % angestiegen. In erster Linie sind es Frauen, die diesen Schritt waren. Laut Acerta fällt aber auch auf, dass sich mehr und mehr ältere Pflegekräfte selbständig machen, denn hier steigen die Zahlen ab dem alter von 55 Jahren deutlicher an, als bei jüngeren Jahrgängen.

Inzwischen beschäftigt der Pflege- und Gesundheitsbereich in Belgien aber auch immer mehr selbständige Pflegekräfte aus dem Ausland. Das sind hierzulande in erster Linie Franzosen, Niederländer oder Kongolesen. In absoluten Zahlen von Acerta sind es vor allem Franzosen, Niederländer, Italiener und Rumänen, die in diesem Bereich tätig sind, sowohl als Angestellte, als auch als Selbständige.

Selbständige Pflegekräfte können in Belgien von guten sozialen Bedingungen profitieren, wie z.B. 12 Wochen Schwangerschaftsurlaub, von kostenlosen Dienstleistungsschecks für Haushaltshilfen, von 10 Tagen Urlaub bei Trauerfällen oder von 12 Monaten Übergangszeit bei unverschuldetem Arbeitsplatzverlust. Hinzu kommt noch, dass die Mindestrente für selbständige Pflegekräfte in Belgien kürzlich erst angehoben wurde. 

Flandern: Erleichterungen für Quereinsteiger

Flanderns Landeswohlfahrts- und Gesundheitsministerin Hilde Crevits (CD&V) macht ab dem 1. April 23 Mio. € für Quereinsteiger frei, die dem akuten Arbeitskräftemangel entgegentreten sollen. Die flämische Christdemokratin kündigte dies im Rahmen der „Woche der Pflege“ an.

Mit den Sozialpartnern in Flandern ist abgesprochen, rund 3.300 Personen aus anderen beruflichen Bereichen bzw. mit anderen Ausbildungen in den Sektor zu holen, die direkt eingestellt werden können, um während der Arbeit ausgebildet zu werden. Für jeden Ausbildungszyklus stehen dem jeweiligen Arbeitgeber 7.000 € zur Verfügung.

Crevits will zudem dafür sorgen, dass der Pflegeberuf in Flandern attraktiver gestaltet wird und sie will für diesen Berufsstand werben: „Die Pflege ist ein schwerer Sektor, in dem die Beschäftigten das beste von sich selbst zeigen. Wir wollen die positiven Aspekte unterstreichen, um so Menschen für einen Job im Pflegesektor zu begeistern.“ 

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