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12 Gemeinden aus Flämisch- und Niederländisch-Limburg ziehen gegen neue Genehmigung des Lütticher Flughafens vor den Staatsrat

12 Gemeinden aus Flämisch- und aus Niederländisch-Limburg ziehen gegen die neue Betriebsgenehmigung für den Lütticher Flughafen „Liège Airport“ (Foto) vor den Staatsrat in Brüssel. Der Regional- und Cargo-Flughafen erhielt Ende Januar von den zuständigen wallonische Behörden eine neue Betriebsgenehmigung, die aber nach Ansicht der klagenden Kommunen mit der Nachtruhe der Anwohner und mit dem Naturschutz in den umliegenden Gemeinden nicht Rechnung trägt. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Der Widerstand gegen den Lütticher Regionalflughafen vor allem in der benachbarten Provinz Limburg ist nicht neu, doch jetzt haben betroffene Gemeinden aus den beiden gleichnamigen Provinzen in Flandern und in den Niederlanden ihre Kräfte gebündelt und ziehen gegen den sogenannten „permis unique“ der wallonischen Region für den „Liège Airport“ vor den belgischen Staatsrat in Lüttich.

Beteiligt sind die flämischen Städte und Gemeinden Riemst, Gingelom, Heers, Tongeren, Hoeselt, Bilzen, Lanaken und Voeren, sowie aus den Niederlanden Maastricht, Eijsden-Margraten, Gulpen-Wittem und Vaals. Diese 12 Kommunen fordern von belgischen Staatsrat schlicht und einfach die Aussetzung dieser Sondergenehmigung. 

Lärmbelästigung und Naturschutz

Mit Lärmbelästigung und mit negativen Folgen für die Umwelt begründen die klagenden Gemeinden ihren Widerstand. Der „permis unique“ beinhaltet kein globales Geräuschkriterium, sondern eine individuelle Quote für jedes Flugzeug, das lediglich einen graduellen Abbau vorsieht. Das bedeutet in den Augen der Kläger, dass sie noch mindestens 7 Jahre lang mit Fluglärm leben müss(t)en. Zudem wurde die zulässige Zahl von Flugbewegungen von jährlich 35.000 auf 55.000 pro Jahr angehoben - durchschnittlich 150 Starts oder Landungen per Anno.

In Sachen Umweltproblematik führen die klagenden Städte und Gemeinden an, dass die Sondergenehmigung für den Flughafen im Lütticher Ortsteil Bierset einen enormen Impakt auch auf den Stickstoffausstoß und auf sensible geschützte Natura 2000-Gebiete in der Region habe.

Wirtschaftliche Auswirkungen

„Die heutige Genehmigung hat einen enormen Impakt auf Mensch und Natur. Natürlich erkennen wir den wirtschaftlichen Belang des Flughafens, doch wir sind genauso beunruhigt über die Nachtruhe unserer Bürger,“ so Mark Vos (CD&V), der Bürgermeister von Riemst in Flämisch-Limburg: „Die Gemeinden am Rand des Liège Airport sollen angenehme Wohnorte sein. Mit den Sorgen und Gutachten der Gemeinden in Flandern und in den Niederlanden ist nicht ausreichend Rechnung getragen worden. Darum haben wir beschlossen, gegen die Genehmigung ein Verfahren beim Staatsrat anzuberaumen.“

Die flämische Handelskammer VOKA in der Provinz Limburg ist mit dieser Klage vor dem Staatsrat nicht einverstanden. Hier heißt es, dass die Ausweitung der Aktivitäten des Lütticher Regionalflughafens der Wohlfahrt auch in den flämischen Kommunen am Flughafen einen Boost geben würde und zwar nicht zuletzt durch Arbeitsplätze. 

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