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Maalbeek am 22. März 2016
Inland
Justiz

Folgen der Brüsseler Terroranschläge 2016: Die Versicherungen zahlten den Opfern bisher 65,7 Mio. € aus

Die Versicherungsgesellschaften in Belgien haben den Opfern der Terroranschläge von 22. März 2016 in Brüssel bisher 65,7 Mio. € an Entschädigungen ausbezahlt. 56,5 Mio. € davon wurden für körperliche und moralische Schäden gezahlt, wie der Sektor-Verband der belgischen Versicherungsunternehmen Assuralia mitteilt. Insgesamt reichten 1.419 Opfer der Anschläge Anträge auf Entschädigung ein. Die entsprechenden Dossiers betreffen nicht nur Sterbefälle oder körperliche und seelische Schäden, sondern auch diverse andere Bereiche, wie z.B. den Verlust von Gepäck.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die Versicherungsgesellschaften gehen davon aus, dass sie noch Entschädigungen in Höhe von bis zu 60,4 Mio. € ausbezahlen werden. Diese Summen werden aus den finanziellen Reserven der Versicherungen bezahlt, die eigentlich im Rahmen der Versicherungen gegen Arbeitsunfälle vorgehalten werden. 

Aus diesen Fonds werden z.B. auch lebenslang laufende Renten bezahlt. Viele der Opfer der Anschläge waren nicht zuletzt auf dem Weg zur Arbeit oder sollten eine Dienstreise antreten.

Bei Assuralia heißt es dazu auch, dass die Verletzungen einiger der Opfer noch so schwer seien, das deren Zustand bis heute nicht so stabil ist, dass man die erlittenen körperlichen Schäden abschließend bewerten könne. Dies sei nur dann versicherungstechnisch möglich, wenn sich eine Genesung nach einer solch schweren Verletzung nicht mehr weiterentwickele. 

Moralische Schäden schon nach einem Jahr vergüten

In den vergangenen Jahren wurden zudem - und dies nicht zuletzt aufgrund der Ereignisse von 22. März 2016 - Initiativen ergriffen, um Opfer von Anschlägen besser aufzufangen. Die Versicherer haben sich dazu entschlossen, moralischen Schaden, auch bei komplexen Verletzungen, spätestens nach einem Jahr zu vergüten. 

Die Versicherungsgesellschaften haben sich auch dahingehend abgesprochen, dass in Zukunft ein bestimmter Versicherer die Leitung der medizinischen Expertise übernimmt, damit sich Opfer nicht bei mehreren verschiedenen Ärzten vorstellig werden müssen, weil dies von den Versicherungen bisher so verlangt wurde.

Die Anschläge und der Prozess

Bei den islamistischen Terroranschlägen vom 22. März 2016 explodierten in der Abflughalle des Brussels Airport in Zaventem zwei Bomben und in der Metrostation Maalbeek sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft. Dabei verloren 32 Menschen ihr Leben - jeweils 16 an jedem Tatort - und mehr fast 700 Menschen wurden verletzt, etwa 300 davon erlitten schwere bis schwerste Verletzungen.

Seit dem 12. September 2022 läuft der Schwurgerichtsprozess gegen Zehn der 13 mutmaßlichen Terroristen, die im Verdacht stehen an den Anschlägen beteiligt gewesen zu sein. Aktuell laufen dabei die Anhörungen von Überlebenden der Bombenexplosion in der U-Bahn-Station Maalbeek im Brüsseler Regierungsviertel.

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