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Inland
Justiz

Selbstmord nach Mobbing am Arbeitsplatz: Net Brussels und Schichtführer schuldig gesprochen

Ein Schichtführer der Brüsseler Abfallgesellschaft Net Brussels und die Gesellschaft selbst sind vor dem Strafgericht in der Hauptstadt schuldig im Sinne von fahrlässiger Tötung gesprochen worden. 2016 hatte sich ein Mitarbeiter von Net Brüssel das Leben genommen, nach dem er jahrelang von seinem Vorgesetzten gemobbt wurde. Die Abfallgesellschaft selbst muss sich vorwerfen lassen, hier auch nach zahlreichen Klagen nicht eingegriffen zu haben.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

In den Jahren 2013 und 2014 hatte der Mitarbeiter von Net Brussels bereits zweimal versucht, sich das Leben zu nehmen, weil er von seinem Vorgesetzten schwer gemobbt wurde. 2016 nahm sich der Mann tatsächlich das Leben. Er und auch einige seiner Kollegen sahen sich seit Jahren Beleidigungen und Bedrohungen durch ihren Schichtführer ausgesetzt, doch bei der regionalen Brüsseler Abfallgesellschaft griff niemand trotz zahlreicher Klagen und Hinweisen ein.

Am Mittwoch urteilte ein Richter am Brüsseler Strafgericht, dass Net Brussels eine Mitschuld an diesem Selbstmord treffe: „Das Unternehmen blieb für die vielen Klagen der Arbeitnehmer taub. Darüber hinaus wurde der Schichtführer nicht auf seine Haltung angesprochen, sondern wurde er ermutigt durch die Selbstgefälligkeit von Net Brüssel.“

Das Unternehmen wurde zur Zahlung eines Bußgeldes von 36.000 Euro verurteilt. Auch der Schichtführer wurde auf ganzer Linie schuldig gesprochen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die psychologische Gewalt direkte Anleitung für das Opfer war, aus dem Leben zu treten. Trotz seiner Schuld wird der Mann nicht bestraft. Es wurde lediglich Strafaufschub verhängt.

Der Anwalt der Angehörigen des Opfers sagte nach der Urteilsverkündung, dass man zufrieden mit dem Schuldspruch für Net Brussels und dem Schichtführer sei. Der Jurist gab in diesem Zusammenhang zu verstehen, dass es in Belgien nur selten vorkomme, dass ein Arbeitgeber aufgrund des Suizids eines Mitarbeiters verurteilt werde.

Wer Fragen zu Thema Selbstmord hat oder Hilfe braucht, kann Antworten auf der Webseite des BTZzentrums in Ostbelgien in deutscher Sprache finden oder das Hilfstelefon unter der kostenlosen Nummer 0800 32 123 anrufen.

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