Der seit Jahren angekündigte Dreiländerzug zwischen Lüttich in Belgien, Maastricht in den Niederlanden und Aachen in Deutschland könnte endlich ab Dezember 2023 fahren. Die zuständigen Minister haben formell den Auftrag erteilt, „diese Dienstleistung zu starten.“ Schon seit 2019 fährt dieser Zug zwischen Maastricht und Aachen, doch die belgischen Behörden forderten, dass die entsprechenden Züge des niederländischen Bahnunternehmens Arriva mit den europäischen Sicherheitssystem ETCS ausgerüstet werden müssten. Und in dieser Frage zeigt sich eine Lösung, so dass dieser Zug bald zum Einsatz kommen kann.
Durchbruch? Ab Dezember 2023 soll der Dreiländerzug zwischen Lüttich, Maastricht und Aachen fahren
Die beteiligten Eisenbahngesellschaften NMBS/SNCB in Belgien sowie NS und Arriva in den Niederlanden geben jetzt an, dass die Voraussetzungen sowohl auf finanzieller und technischer Ebene, als auch auf Ebene der Kapazitäten jetzt gegeben seien.
Belgiens Verkehrsminister Georges Gilkinet (Ecolo) und die niederländische Staatssekretärin für Infrastruktur, Vivianne Heijnen (CDA), die auch für das Verkehrswesen in ihrem Land zuständig ist, unterzeichneten jetzt eine Absichtserklärung, mit der sie jetzt auch „formell den Auftrag erteilen, diese Dienstleistung zu starten.“
Dieser Dreiländerzug zwischen Lüttich, Maastricht und Aachen soll voraussichtlich ab Dezember 2023 einmal pro Stunde in jede Richtung fahren. Das bedeutet, dass die Fahrgäste hier ohne umsteigen zu müssen, zwischen diesen wichtigen Städten hin- und herfahren können. Bisher ist dies nur zwischen Lüttich und Maastricht bzw. zwischen Aachen und Maastricht möglich.
Die Tatsache, dass die verschiedenen Operatoren und Entscheidungsniveaus hierbei so gut zusammenarbeiten, ist ein echter Durchbruch.“
Belgiens Verkehrsminister Georges Gilkinet
„Die Fahrgäste erhalten jetzt mehr Bestimmungen, mehr Komfort und vollständig barrierefreie Züge und dies über die Landesgrenzen hinweg“, so Belgiens Verkehrsminister Gilkinet in einer Pressemitteilung, in der es weiter heißt: „Die Tatsache, dass die verschiedenen Operatoren und Entscheidungsniveaus hierbei so gut zusammenarbeiten, ist ein echter Durchbruch.“ Allerdings, so die niederländische Staatssekretärin Heijnen gelte es noch, einige Details zu klären, wie z.B. den Fahrkartenverkauf und die Tarife.
Aus dem Dreiländerzug wird allerdings keine Ringverbindung mit der die Züge zwischen Lüttich und Aachen weiterfahren könnten. Doch die belgische Bahn plant ebenfalls ab Dezember 2023 wieder umsteigefreie Direktverbindungen zwischen diesen beiden Städten.
Einzigartiges Projekt
Der Dreiländerzug ist ein bisher einmaliges Projekt, denn dieser Zug verbindet drei europäische Grenzregionen miteinander und dies umsteigefrei. Dadurch können die Nutzer dieses Angebots einfacher aus privaten oder aus beruflichen Gründen mit dem Zug über die Grenze fahren.
Innerhalb dieser drei Städte in der Euregio Maas-Rhein wird seit vielen Jahren intensiv wirtschaftlich, kulturell, touristisch und auch auf Ebene der Hochschulen und Universitäten zusammengearbeitet und dies führt tag-täglich zu vielen Verkehrsbewegungen. Dieses grenzüberschreitende Angebot für den öffentlichen Nahverkehr per Bahn bietet jetzt eine zusätzliche umweltfreundliche und nachhaltige Alternative.

