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Ein FAVV-Kontrolleur bei der Arbeit

Belgiens Agentur für Lebensmittelsicherheit behandelte letztes Jahr rund 5.000 Klagen

Die belgische Bundesagentur für Lebensmittelsicherheit FAVV registrierte im vergangenen Jahr fast genau 5.000 Klagen. Das entspricht einem Anstieg um 27 % gegenüber 2021. Die Klagen betrafen verschiedene Faktoren, z.B. Erkrankungen nach dem Verzehr von Speisen oder Getränken und mangelnde Sauberkeit in der Gastronomie oder der Produktion. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die FAVV behandelte quasi 20 Vorgänge pro Werktag, also rund ein Viertel mehr Klagen, als noch 2021. Hélène Bonte von der Lebensmittelagentur sagte dazu, dass die Qualität der Lebensmittel in Belgien im Allgemeinen nicht schlechter gewesen sei, als in den Jahren zuvor, doch heute seien die Verbraucher wesentlich sensibler in dieser Frage, als früher.

Etwa ein Drittel der Beschwerden, die die FAVV letztes Jahr behandelte, kamen tatsächlich von Personen, die nach dem Verzehr von Lebensmitteln oder Getränken krank wurden, so Bonte. Dies führte sowohl zu anschließenden Kontrollen in Gastronomiebetrieben, als auch in Geschäften oder Kaufhäusern.

Zahlreiche Klagen betrafen 2021 auch mangelnde Hygiene oder missachtete Vorschriften in der Produktion oder der Lagerung von Lebensmitteln. Konkret ging es hier z.B. um überschrittene Haltbarkeitsdaten oder um nicht ausreichend gekühlte Waren in Kühlschränken, was wiederum im Einzelhandel der Fall sein konnte oder auch in den Lagerhallen von Produzenten oder dem Großhandel und dem Vertrieb. 

Jede Klage wird analysiert"

Hélène Bonte, FAVV

Hélène Bonte von der Lebensmittelbehörde erklärte dazu, dass man bei der FAVV jeder eingehenden Klage nachgehe. Möglichst sofort würde einer der rund 700 Kontrolleure der Behörde zum mutmaßlichen Verursacher oder zur angegebenen Adresse, an der etwas vielleicht nicht mit rechten Dingen zugeht, geschickt, um der Sache vor Ort nachzugehen. Laut Bonte erwies sich 2022 jede zweite Kontrolle als berechtigt, was zur Folge hatte, dass ihre Behörde sofort einschreiten konnte.

Etwa 6.600 Fragen richteten zudem Verbraucher an die FAVV, die Lebensmittel betrafen, zu denen es von Seiten der Produktion Rückrufaktionen gab, z.B. zu Schokoladenprodukten, die aus den Ferrero-Werk in Arlon (Provinz Luxemburg) kamen, als dort eine umfassende Salmonellen-Kontaminierung festgestellt wurde. Weitere Fragen betrafen auch die Stallpflicht für Geflügel im Zuge der Vogelgrippe.

Diese Zahlen würden belegen, wie wichtig eine Behörde, wie die Bundesagentur für Lebensmittel sei, so FAVV-Sprecherin Hélène Bonte und sie würden beweisen, wie sensibel die Verbraucher bzw. die Bevölkerung in diesem Bereich seien. Aufgrund der Themen, die Klagen oder Beschwerden betreffen würden, könne man die Bevölkerung auch gezielt zum Thema Lebensmittelsicherheit aufklären, so Bonte abschließend. 

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