Eine erste Gesprächsrunde zwischen den Gewerkschaften und der Direktion der Warenhausgruppe Delhaize nach der Ankündigung, die 128 noch zur Gruppe gehörenden Filialen an selbständige Betreiber abzugeben, ist am Dienstag nach nur knapp 15 Minuten ergebnislos abgebrochen worden.
Delhaize: Kurzes Gespräch zwischen den Gewerkschaften und der Direktion bringt keine Lösung
In der grundsätzlichen Frage, ob Delhaize die Entscheidung, ihre eigenen 128 Filialen an Franchisenehmer abzugeben, rückgängig machen soll, stehen sich die Gewerkschaften und das Management in ihren Ansichten diametral gegenüber und vorerst will offenbar niemand von seinem Ansinnen einen Millimeter abrücken.
Am Dienstagvormittag hatten sich Hunderte Mitarbeiter aus den Delhaize-eigenen Geschäften zum Hauptsitz der Gruppe in Zellik in Flämisch-Brabant nördlich von Brüssel aufgemacht, um auf die Direktion der Warenhausgruppe Druck auszuüben. Inzwischen konnten die Lastwagen, die die Franchise-Geschäfte von Delhaize aus dem Zentrallager in Zellik beliefert werden, nicht zu den Lagerhallen durchfahren.
Die meisten der 128 betroffenen Delhaize-Geschäfte blieben auch an diesem Dienstag noch geschlossen, denn die meisten der dort beschäftigten Mitarbeiter sind seit der Ankündigung des Vorhabens ihres Arbeitgebers in den Ausstand getreten und dies könnte angesichts der harten Fronten der Sozialpartner, so die Ansicht von Beobachtern, noch Tage oder Wochen so bleiben.
Die Mitarbeiter bzw. die Beschäftigten gehen davon aus, dass sie unter selbständigen Geschäftsführungen unter schlechteren Lohn- und Arbeitsbedingungen tätig sein müssen, auch wenn Delhaize ihnen zugesagt, alle 9.000 Mitarbeiter mit Festanstellung würden unter den gleichen Gehaltsbedingungen übernommen. Das glauben die protestierenden Delhaize-Belegschaften nicht wirklich.


