Im Sommer werden die belgischen Bau- und Energieunternehmen Jan De Nul, Tractebel und DEME vor der Küste von Ostende in der Nordsee eine Anlage bauen, auf der die Produktion von Sonnenenergie auf hoher See getestet werden soll. Ausprobiert soll hier die Beständigkeit von Solaranlagen auf See werden. Die drei Unternehmen glauben daran, dass es kurzfristig möglich sein kann, tatsächlich Solaranlagen auf See zu installieren.
Solarenergie auf der Nordsee: Vor Ostende entsteht eine Testanlage
Noch gibt es vor der belgischen Nordseeküste keine Solaranlagen, auch wenn dazu nicht erst seit gestern in unserm Land Ideen geäußert werden. Die drei belgischen Bau- und Energieunternehmen Jan De Nul, Tractebel und DEME wollen jetzt aber Nägel mit Köpfen machen und mit einer Testanlage vor Ostende versuchen, ob diese Art der Stromgewinnung auf hoher See technisch möglich ist.
Im Sommer werden die Unternehmen diese Anlage bauen, die in den letzten vier Jahren u.a. in der Universität Gent (UGent) mitentwickelt wurde. Dabei geht es in erster Linie darum, herauszufinden, wie man Solaranlagen bzw. Sonnenpanelen gegen Wind und Wetter, gegen Wellen und Salzwasser beständig machen kann.
Nach ersten Labortests erfolgen jetzt also die ersten Versuche mit einer Testanlage auf hoher See. „Wir hatten zwei Möglichkeiten: Solaranlagen so anpassen, dass sie Seewasser vertragen oder dafür sorgen, dass sie so wenig wie möglich mit Seewasser in Kontakt kommen“, erklärte Tine Boon von Tractebel dazu gegenüber VRT NWS.
„Wir haben uns für die zweite Möglichkeit entschieden und wenden dazu unsere SEAVOLT-Technologie an. Wir haben dazu eine Art Floß entwickelt, das eine Plattform trägt, die über das Wasser herausragt (Illustration oben). Dadurch dürften das Salz und das Klima auf See keine Rolle mehr spielen.“
Die beteiligten Unternehmen gehen davon aus, dass diese Testphase nur eine Zwischenetappe ist und dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Solaranlagen auf hoher See Wirklichkeit werden. Zunächst werden wohl solche Testanlagen in der Umgebung von Offshore-Windparks, doch so Tine Boon von Tractebel: „Im Prinzip ist das überall auf See möglich.“
