In der Umgebung des Einwanderungszentrums Klein Kasteeltje in Molenbeek hat die Brüsseler Polizei am Dienstagmorgen das Zeltlager jener Asylsucher geräumt, für die es bisher keine Unterkunft gab. Doch jetzt soll allen, die sich dort aufgehalten haben, ein Dach über dem Kopf an geboten werden. Zeitweise schliefen hunderte Flüchtlinge und anerkannte Asylsucher in diesem Zeltlager in Brüsseler Innenstadtnähe.
Zeltlager der Asylsucher vor dem Einwanderungszentrum geräumt: "Unterkunft für alle gefunden"
Nur rund zwei Stunden brauchten die Brüsseler Polizei und die Stadtreinigung, um das Zeltlager zu räumen und abzubrechen. Dutzende Zelte und gleich mehrere Berge Abfall und angesammelte Gegenstände wurden in die Lastwagen der Stadt geladen. Die Räumung verlief recht schnell, denn am frühen Morgen wurden alle, die hier noch übernachteten, mit Bussen zu ihren neuen Unterkünften gebracht.
In den vergangenen Tagen gingen hier Vertreter der Asylbehörde Fedasil und der Sozialämter rund, um alle, die sich hier aufhielten, zu registrieren. Sie hatten das Glück, dass sie als anerkannte Asylsucher in diesen Listen aufzutauchen. Doch einige, die illegal nach Belgien gekommen waren und die noch keinen Antrag gestellt haben, gingen leer aus und jetzt sind die Zelte weggeschafft worden.
Einige Flüchtlinge aus Afghanistan sind darunter, die nach wie vor von freiwilligen Helfern mit warmen Getränken und Mahlzeiten versorgt werden. Wo sie in der nächsten Zeit unterkommen können, war am Dienstagmittag noch unklar. Sie müssen sich wohl selbst um Schlafplätze kümmern. Die Behörden werden wohl zu verhindern wissen, dass hier in Molenbeek neue Zeltlager entstehen… Dies bedeutet auch, dass die Asylkrise im Kern nicht mit der Räumung dieses Lagers beendet ist.

