Zwischen Frauen und Männern liegt in Belgien in der Rente ein enormer Unterschied vor. Im Durchschnitt erhalten Frauen 23 % weniger Rente als ihre männlichen Kollegen, wie aus der Rentenstatistik PensionStat.be hervorgeht. Brutto gesehen ist dies im Schnitt ein Unterschied von 488 € monatlich. Dies betrifft in erster Linie Personen, die erst kürzlich ihre Pension angetreten haben, so Bundesrentenministerin Karine Lalieux (PS).
Diese Feststellung bedeutet aber nicht, dass der Rentenunterschied zwischen Frauen und Männern früher nicht so groß war. Im Gegenteil. Statistisch gesehen waren die Unterschiede in vergangenen Zeiten noch größer.
Diese Unterschiede haben verschiedene Gründe. Zum einen verdienen Frauen in den meisten Sektoren immer noch weniger als Männer - das ist auch in Belgien nicht anders. Zum anderen haben Frauen eine deutlich kürzere berufliche Laufbahn, als ihre männlichen Kollegen, z.B. durch die Erziehung der Kinder.
Nicht zuletzt arbeiten Frauen auch wesentlich öfter in Teilzeit, was sich ebenfalls negativ auf die Einzahlungen in die Rentenkasse auswirkt.
Das größte Problem liegt laut PensionStat.be bei den Zusatzrenten vor. Hier liegt der Unterschied zwischen Männern und Frauen bei 57 %. Offenbar ist dies teilweise darauf zurückzuführen, dass Frauen wenige Zugang zur zweiten Säule der Rentensysteme haben.
Die oben genannten Zahlen zeigen die Situation des Jahres 2021 auf. Diese Generation der Rentner zeige das aktuellste Bild bzw. die augenblickliche Situation und ist damit laut Sigedis, eine Vereinigung die sich mit Berufslaufbahnen und Pensionen beschäftigt, die relevanteste Personengruppe für die Statistik.
