Beim Prozess zu den Terroranschlägen auf Brüssel vom 22. März 2016 beginnen an diesem Montag (6. März) die Zeugenaussagen der Opfer der Attentate. In einer ersten Phase kommen die Überlebenden des Anschlags auf den Brussels Airport in Zaventem zu Wort. Ab der kommenden Woche sind die Anschlagsopfer aus der Metrostation Maalbeek an der Reihe.
Brüsseler Terrorprozess: Die Zeugenaussagen der Opfer der Anschläge beginnen
Es werden etwa 50 Opfer des Bombenanschlags auf den Flughafen von Zaventem in dieser Woche im Gerichtssaal im ehemaligen Nato-Hauptquartier in Haren-Evere ihre Geschichte erzählen und auf entsprechende Fragen antworten. Doch im Rahmen dieser Phase des Prozesses sollen auch Mediziner und Fachärzte von den Folgen der Anschläge für die Opfer (sowohl körperlich, als auch seelisch) berichten.
Am Montagmorgen sind alle Angeklagten im Gerichtssaal. Nur Salah Abdeslam zog es vor, sich wieder ins Gefängnis zurückbringen zu lassen.
Ende der vergangenen Woche bat Delphine Paci, die Anwältin von Salah Abdeslam, diesen für die Anschläge von Maalbeek und Zaventem freizusprechen. Man könne ihrem Mandanten zwar vorwerfen, Mitglied einer terroristischen Vereinigung gewesen zu sein, doch für Mord oder Mordversuch durch die Bombenanschläge könne man ihn nicht verantwortlich machen, da er seine Bombe nicht gezündet habe.
Sie verwies dabei auf den Ablauf der Verhandlungen zu den Terroranschlägen auf Paris vom 13. November 2015, bei dem die französische Justiz einen Unterschied zwischen Mitgliedschaft in einer Terrorvereinigung und den Fakten der Anschläge gemacht habe. Es sei eines der Basisprinzipien für eine Demokratie, dass ein Angeklagter nur wegen dem verurteilt werden dürfe, was ihm individuell vorgeworfen werde, so Paci.
