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Wirtschaft

Sparen soll sich wieder lohnen: Nationalbank hält Zinsen auf Sparkonten für zu niedrig

In ihrem Jahresbericht stellt die Belgische Nationalbank (BNB) fest, dass der Zinssatz, den die belgischen Banken ihren Kunden auf Sparkonten zahlen, im Vergleich zu den Zinsen, die derzeit auf den Finanzmärkten gezahlt werden, zu niedrig ist. Um in den Genuss eines höheren Zinssatzes für ihre Ersparnisse zu kommen, müssen die Kunden außerdem häufig ein neues Konto eröffnen, während für die bestehenden Konten immer noch sehr niedrige Zinssätze gelten.

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In den letzten Monaten haben fast alle belgischen Banken die Zinssätze für Sparkonten erhöht. Die Banken sind dazu übergegangen, ihren Kunden nicht mehr den gesetzlichen Mindestzinssatz von 0,11 % auf ihre Ersparnisse zu zahlen, sondern bieten nun höhere Zinssätze an.

Von den vier großen belgischen Banken bietet BNP Paribas Fortis den höchsten Zinssatz für ein Sparkonto an. Er beträgt 1,25 % für neue Sparkonten, die in einer der Filialen der Bank oder über ihr Callcenter eröffnet werden. Diejenigen, die bereits ein Sparkonto bei BNP Parisbas Fortis haben, erhalten 0,25 % Zinsen auf ihre Ersparnisse.

Die Taktik, einen höheren Zinssatz nur an Kunden auszuzahlen, die ein neues Konto eröffnet haben, ist eine weit verbreitete Marketingtechnik, um neue Kunden zu gewinnen. Gleichzeitig hoffen die Banken, dass ihre bestehenden Kunden sich nicht alle die Mühe machen, neue Konten zu eröffnen, um in den Genuss des höheren Zinssatzes zu kommen.

Sieben Monate ist es nun her, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinssätze zum ersten Mal erhöht hat. Dies hat sich jedoch kaum in der Höhe der an die Sparer ausgezahlten Zinsen niedergeschlagen. Dies ist der Belgischen Nationalbank (BNB) nicht entgangen.

Der Gouverneur der BNB, Pierre Wunsch (Foto oben), sagte gegenüber VRT NWS: "Wir stellen fest, dass die Zinssätze auf Sparkonten viel niedriger sind als die Marktzinsen. Ich denke, dass wir uns in einer Übergangsphase befinden. Mit der Zeit wird sich der Zinssatz, der den Sparern gezahlt wird, dem der Finanzmärkte annähern. Sollte dies nicht der Fall sein, würde das auf einen zu geringen Wettbewerb zwischen den belgischen Banken hindeuten, und das wäre ein strukturelles Problem". 

Wunsch verweist auf den Einlagenzinssatz der EZB, der in fünf Schritten von -0,5 % auf 2,5 % angehoben wurde. Der Einlagenzinssatz ist der Zinssatz, den die Banken für das Geld von den Sparkonten ihrer Kunden erhalten, das sie nicht in Form von Krediten, Darlehen und Hypotheken vergeben haben. 

Warnung an die Banken

Die Belgische Nationalbank hat eine Warnung an die Banken ausgesprochen. Die Banken finanzieren sich zu einem großen Teil aus den Guthaben auf den Girokonten und Sparkonten von Privatpersonen und Unternehmen. Dieses Geld wird von den Banken zum Beispiel für Hypotheken genutzt.

Im Jahresbericht der BNB heißt es: "Um die Stabilität dieser Einlagen als Finanzierungsquelle für den belgischen Bankensektor zu gewährleisten, sollten die (Zins-)Zahlungen der Marktlage entsprechen. Ist dies nicht der Fall, besteht die Gefahr, dass das Geld von den Sparkonten zu anderen Anlageformen abfließt".

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