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Transitmigranten umgehen Belgien inzwischen auf ihrem Weg nach Großbritannien

Im vergangenen Jahr haben Polizei und Einwanderungsbehörden in der Provinz Westflandern entlang der belgischen Nordseeküste und auf den Autobahnen und Landstraßen dorthin rund 90 % weniger Transitmigranten aufgegriffen, als noch 2018. Dies ist aus Zahlen der Einwanderungs- und Ausländerbehörden ersichtlich. Inzwischen weichen die Transitmigranten auf dem Weg auf die britischen Inseln offenbar wieder über Frankreich aus.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

2018 registrierte das belgische Ausländeramt DVZ insgesamt 12.848 Meldungen zu Transitmigranten, die irgendwo in unserem Land aufgegriffen wurden. 2022 wurden nur noch 944 solcher Fälle gemeldet.

Nach Ansicht von Belgiens Justizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD) ist dies darauf zurückzuführen, dass unser Land strenger gegen Transitmigranten bzw. gegen Schlepper und Menschenschmuggler vorgeht: „Wir haben zum Beispiel ein TransIT-Team zusammengestellt, das systematisch die Mobilfunkgeräte von Opfern oder von Verdächtigen in Sachen Menschenschmuggel auslesen. Das sorgt dafür, dass wir deren Netzwerke ausheben können.“

Doch nicht nur damit wird es Transitmigranten in Belgien erschwert, sich von hier aus in Richtung Großbritannien aufzumachen - zumeist per Boot über den Ärmelkanal. Die Zahl der Polizeikontrollen und -aktionen wurde deutlich erhöht und inzwischen werden in Belgien erwischte Schleuser zu Haftstrafen verurteilt, die auch schon mal 12 Jahre Gefängnis bedeuten können und die entsprechenden Geldstrafen erreichen Höhen von fast 1 Mio. €. 

Wir haben ein TransIT-Team zusammengestellt, das systematisch die Mobilfunkgeräte von Opfern oder von Verdächtigen in Sachen Menschenschmuggel auslesen. Das sorgt dafür, dass wir deren Netzwerke ausheben können.“

Bundesjustizminister Vincent Van Quickenborne

Mit Booten von der belgischen Nordseeküste aus über den Ärmelkanal zu fahren ist fast unmöglich geworden, denn die Polizeikontrollen finden fast permanent statt.

Auch Versuche, sich in Lastwagen zu verstecken, die auf Fähren in Richtung britische Inseln übersetzen, wird immer schwieriger, denn auch auf den Autobahnrastplätzen wird streng kontrolliert. Offenbar weichen viele Schleuser und Transitmigranten inzwischen (wieder) über Nordfrankreich und über die dortigen Häfen aus.

Bundesjustizminister Van Quickenborne ist der Ansicht, dass sich die Herangehensweise an dieses Problem auszahlt: „Eine Überfahrt in einem Bötchen, Container oder Lastwagen ist lebensgefährlich. Menschenschmuggler haben zahllose Tote auf ihrem Gewissen. Unsere Vorgehensweise, um Menschenschmuggel zu verhindern, lohnt sich inzwischen.“ 

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