Die Zahl der Medikamente, die in den Apotheken in Belgien aktuell nicht zu bekommen sind, steigt, wie die Blätter des Verlags Mediahuis am Dienstag meldeten. Laut Farmastatus, einer Initiative der Bundesagentur für Medikamente (FAGG), sollen derzeit rund 360 Produkte fehlen. Febelco, der wichtigste Großhandelsvertrieb für medizinische Produkte in unserem Land, spricht hingegen von knapp 1.240 fehlenden Medikamenten am hiesigen Markt.
Mangel an Medikamenten in Belgiens Apotheken: "Oft spielen rein kommerzielle Motive eine Rolle"
„Das bedeutet, dass fast 15 % aller Medikamente nicht verfügbar sind“, sagte Febelco-Direktor Olivier Delaere dazu: „Viel zu oft spielen hierbei rein kommerzielle Motive eine Rolle. Medikamente, die nicht viel einbringen, werden in zunehmendem Maße aus dem Angebot gestrichen.“
Nach Ansicht von PGEU, dem Dachverband der Apotheken in Europa, verliert ein Apotheker in der Europäischen Union pro Woche mindestens 7 Arbeitsstunden damit, den Mangel an Medikamenten zu bearbeiten.
Bei der belgischen Bundesbehörde für Medikamente und Gesundheitsprodukte (FAGG) wird der Mangel an solchen Produkten bestätigt, wenn auch Sprecherin Ann Eeckhout etwas nuanciert: „Seit der Einführung von Farmastatus beobachten wir, dass der Mangel an fehlenden Medikamenten leicht gesunken ist. Es handelt sich etwa um 3,5 %. Für den Großteil der nicht zur Verfügung stehenden Medikamente gibt es Alternativen oder kann der Apotheker selbst eine Alternative zubereiten.“
