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Proteste gegen Polizeigewalt nach dem Tod von Ibrahima B.
Inland
Justiz

Tod nach Festnahme: Zwei Brüsseler Polizisten müssen sich vor Gericht verantworten

Zwei Polizisten müssen sich vor dem Brüsseler Strafgericht für den Tod von Ibrahima B. verantworten. B. starb im Januar 2021 in einer Polizeiwache in Brüssel, nach dem er festgenommen worden war. Der Tod des Mannes hatte in den Tagen danach für schwere Proteste gegen Polizeigewalt in Brüssel gesorgt, wobei es auch zu heftigen Krawallen gekommen war.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Ibrahima B. war am 9. Januar 2021 festgenommen worden, nach dem er am Nordbahnhof eine Polizeiintervention mit seinem Handy gefilmt hatte. Als Polizisten auf ihn zu gegangen waren, ergriff er die Flucht. Er wurde gestellt und zu einer Polizeiwache gebracht. Dort brach er zusammen. Er wurde noch in ein Krankenhaus gebracht, wo er aber verstarb.

In den ersten Tagen nach dem Vorfall wurde suggeriert, dass Ibrahima B. unter Einfluss von Drogen gestanden haben soll, doch eine toxikologische Untersuchung ergab, dass das nicht der Fall war. Eine Autopsie förderte zutage, dass der 23-Jährige Herzprobleme hatte, was aber nicht bekannt war. Seine Familie konnte sich einen Herzstillstand nicht erklären.

Nach Angaben von Alexis Deswaf, dem Anwalt der Familie des Toten, vergingen zwischen 5 und 7 Minuten bis die beiden anwesenden Polizisten auf den Zusammenbruch von Ibrahima B. reagierten. Sie sollen auch den Defibrillator, der in der Wache vorhanden war, nicht genutzt haben.

Die Brüsseler Staatsanwaltschaft eröffnete nach dem Tod des jungen Mannes auf der Wache eine Untersuchung und jetzt wurden die beiden betroffenen Polizisten an ein Strafgericht verwiesen. Vorläufig lautet die Anklage auf „unterlassene Hilfeleistung“, doch laut Ratskammer kann der zuständige Richter die Qualifizierung der Anklage noch einmal auf die Tagesordnung bringen.  

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