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Der Genter Winterzirkus wird zum Wissenschaftszentrum für Forschung und Wirtschaft

Das Wissenschafts- und Wirtschaftskonsortium TENT wird den historischen Winterzirkus in den kommenden 75 Jahren für seine Zwecke nutzen können. Das Konsortium, dass aus Technologieunternehmen, Forschungseinrichtungen, der Stadt Gent und dem flämischen Unternehmerverband VOKA besteht, konnte einen entsprechenden Nutzungsvertrag unterzeichnen. „Wir wollen mit Fachleuten, die im Winterzirkus arbeiten, gesellschaftliche Herausforderungen angehen und Lösungen entwickeln,“ hieß es dazu von TENT, was für „Together for Entrepeneurship, Networking and Technology“ steht.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Nach Monaten Verhandlungen und Entwicklung steht jetzt fest, wie es um die Zukunft des historischen Winterzirkus in Gent steht. Das Wissenschafts- und Wirtschaftskonsortium TENT wird bis 2098 diese Location als Wissenschafts- und Technologiehub nutzen.

Zu TENT gehören die Genter Universität (UGent), die Universität Löwen (KU Leuven), das Löwener Hightech-Unternehmen imec, die Stadt Gent und der flämische Unternehmerverband VOKA. Hilde Schuddinck von VOKA sagte Anfang Februar dazu: „Wir sind stolz darauf, dass hier fast 20 echte Genter Tech-Unternehmen mitmachen.“

„Es ist uns gelingen, eine enorm interessante Gruppe zusammenzustellen. Wir wollen im Winterzirkus Forschung betreiben, Innovationen erdenken und zusammenarbeiten. Der Fokus liegt dabei auf ‚life science‘ (Biotechnologie, medizinische Innovation und Pflegebereich (Red.)). Ziel ist, dass wir große gesellschaftliche Herausforderungen angehen und dazu Lösungen mithilfe aller Expertise, die hier versammelt ist, suchen. Hier wird hart gearbeitet und die Resultate werden dann auch hier im Winterzirkus vorgestellt“, so VOKA-Vertreterin Hilde Schuddinck gegenüber VRT NWS weiter.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Kultur und Gastronomie

Wie der Winterzirkus genau aussehen wird, muss noch bestimmt werden, doch das Wissenschafts- und Forschungszentrum soll am 15. März 2024 eröffnet als Flanders Technology & Innovation eröffnet werden. Der zentrale Platz in dem Gebäude, der etwa 1.000 m² Fläche hat, bleibt für die Öffentlichkeit zugänglich. Dort sollen sich Gastronomiebetriebe und Einzelhandelsgeschäfte niederlassen.

Im Untergrund darunter entsteht ein neuer Konzertsaal in dem bis zu 500 Zuschauer Auftritte sehen können. Dieser Saal kann auch für andere Events genutzt werden. Die beiden Genter Betreiber der Konzertsäle Democrazy und VIERNULVIER (früher Vooruit) werden hier als Konzertveranstalter beteiligt.

Seit rund 5 Jahren wird der Winterzirkus renoviert und restauriert. Für diese Arbeiten stehen 30 Mio. € zur Verfügung, die zum größten Teil vom belgischen Bundesland Flandern und von der Europäischen Union bereitgestellt werden.

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Der entkernte Rohbau

Die Geschichte des Genter Winterzirkus

Das 1894 als Hippodrom gebaute Rundgebäude brannte 1920 bis auf einen Vorgiebel völlig ab und wurde 1923 wieder aufgebaut. Bis 1944 diente der Winterzirkus tatsächlich als Zirkus und der Name ist bis heute erhalten geblieben. Ab 1947 nutzte die Autohändler-Familie Mahy das Gebäude als Showroom und als Werkstatt.

1978 schloss das Unternehmen und bis zum Jahr 2000 brachten die Mahys hier ihre umfangreiche und international bekannte Oldtimersammlung unter. Ab dann stand der Bau leer, wurde als Ausstellungsraum und auch als Location für Graffiti-Sprayer, wie der weltberühmte Streetart-Künstler ROA, der aus Gent stammt, genutzt.

Seit 2017 wird hier gebaut und modernisiert unter Bewahrung der historischen Bausubstanz. Von hier aus berichtete unser Haus, der flämische Rundfunk VRT bzw. die Sportredaktion sporza live über die Fußall-WM in Katar (mit Studiopublikum und Studiogästen) und seitdem wird der Winterzirkus für seine nächste Bestimmung als multifunktionaler Raum für Kunst und Kultur, für Messen, von der Gastronomie und vor allem von Technologie-Unternehmen vorbereitet.

Das VRT-Livestudio zur Fußball-WM in Katar im Genter Winterzirkus

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