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Inland
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Fast jeder 5. Belgier von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, höchstes Risiko in Region Brüssel

Mehr als 2 Millionen Belgier, d. h. fast jeder fünfte, sind von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das geht aus neuen Zahlen des belgischen Statistikamtes Statbel hervor. Die Armutsgrenze ist 2022 erneut gestiegen. Für eine alleinstehende Person liegt diese bei 1 366 € und für ein Paar mit zwei Kindern bei 2 868 €. In der Region Brüssel-Hauptstadt ist das Armutsrisiko wesentlich höher als in Flandern und in der Wallonie. 

Martina Luxen Belga
Veröffentlicht:

Personen, auf die eine der folgenden drei Situationen zutrifft, gelten als von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht:  

  • Personen, die in einem Haushalt leben, dessen verfügbares Gesamteinkommen unter der Armutsgrenze liegt. Diese liegt bei 1.366 € pro Monat für eine alleinstehende Person und bei 2.868 € für ein Paar mit zwei Kindern. 

  • Personen in Haushalten, in denen fast niemand arbeitet. 

  • Personen in einer Notlage, weil sie zum Beispiel ihre Rechnungen nicht pünktlich bezahlen oder ihre Wohnung nicht heizen können. 

Die Zahlen von Statbel zeigen, dass insgesamt 18,7 Prozent der belgischen Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind. Das entspricht 2.144.000 Landsleuten.  

In den letzten vier Jahren sind die Zahlen mehr oder weniger gleich geblieben. Die Corona-Krise hat nicht zu einem Anstieg geführt.

Am wenigsten droht den Menschen Armut in Flandern

Hinter den Zahlen des belgischen Statistikamtes verbergen sich große regionale Unterschiede. In der Region Brüssel-Hauptstadt ist das Armutsrisiko viel höher als in Flandern und in der Wallonie. Die flämische Region liegt unter dem nationalen Durchschnitt, während die Wallonie und die Region Brüssel-Hauptstadt darüber liegen.  

  • Nationaler Durchschnitt: 18,7 Prozent 

  • Flandern: 11,2 Prozent 

  • Wallonie: 25,8 Prozent 

  • Region Brüssel-Hauptstadt: 38,8 Prozent 

Die Armutsgrenze 2022 ist im Vergleich zu 2021 um 73 € pro Monat für eine alleinstehende Person und 153 € für ein Paar mit zwei Kindern gestiegen. Sie liegt jetzt bei 1 366 € pro Monat für eine alleinstehende Person und bei 2 868 € für ein Paar mit zwei Kindern. 

Für die Berechnung dieser Schwelle wird das Einkommen des Vorjahres herangezogen. Der Schwellenwert für 2022 wurde also auf der Grundlage des Einkommens von 2021 berechnet.  

Der Schwellenwert für 2021 wurde auf der Grundlage des Einkommens von 2020 berechnet, als ein erheblicher Teil der erwerbstätigen Bevölkerung wegen Corona einen Einkommensverlust erlitt. Der Anstieg der Armutsschwelle, der normalerweise von Jahr zu Jahr zu beobachten ist, blieb daher im Jahr 2021 aus. 

Ein höherer Hochschulabschluss schützt besser vor Armut

Diejenigen, die einen höheren Hochschulabschluss besitzen, haben ein viel geringeres Risiko, in Armut zu geraten. So sind beispielsweise 6,7 % der Personen mit hohem Bildungsniveau von Einkommensarmut bedroht, während es bei den Personen mit niedrigem Bildungsniveau 26,2 % sind, so Statbel. 

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