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Umwelt & Klima
Energie

Deutsch-belgischer Energiegipfel in Zeebrügge mit Kanzler Scholz und Premier De Croo

Am Dienstag trafen sich Belgiens Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) und Deutschlands Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zu einem bilateralen Energiegipfel im Hafen von Zeebrügge. Dass diese Begegnung in diesem Hafen stattfindet, ist kein Zufall, denn das dortige LNG-Terminal spielt aktuell in der Gasversorgung Deutschlands eine entscheidende Rolle. Doch bei dem Treffen der beiden Regierungschefs geht es auch um Themen, wie Wasserstoff-Infrastruktur, CO2-Abscheidung und -Speicherung sowie um eine weitere Stromleitung neben der bestehenden Verbindung "Allegro" zwischen den beiden Nachbarländern, die bis 2037 fertiggestellt werden soll. 

Andreas Kockartz
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An den Gesprächen zwischen Bundeskanzler Scholz und Premierminister De Croo am LNG-Terminal im Hafen von Zeebrügge nahmen auch Belgiens Energieministerin Tinne Van der Straeten (Groen) und Deutschlands Staatssekretär für Wirtschaft und Klimaschutz Patrick Graichen (Grüne) teil.

Ziel dieses Treffens war, die Zusammenarbeit im Energiebereich zu verstärken und zu beschleunigen, damit Belgien und Deutschland ihre Energieunabhängigkeit weiter stärken können. Eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den beiden Nachbarländern im Energiebereich ist wichtig für die Zukunft der jeweiligen Industrie und für eine reibungslose Umstellung auf eine klimaneutrale Wirtschaft durch erneuerbare Energieträger.

Im vergangenen Jahr hat sich die Menge des über Zeebrügge in Europa eingeführten Erd- und LNG-Gases in Richtung Deutschland auch durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine quasi verdreizehnfacht. 

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Das LNG-Terminal in Zeebrügge

Drehscheibe Zeebrügge

Dieses LNG- bzw. Flüssiggas kann im Prinzip von überall auf der Welt per Schiff nach Zeebrügge gebracht werden, von wo es über ein internationales Pipelinesystem auch nach Deutschland weitergeleitet wird. Hinzu kommt noch, dass auch Belgien über Pipelines mit anderen europäischen Ländern verbunden ist und darüber Gas geliefert bekommt, nämlich mit Norwegen und mit Großbritannien.

VRT-Energiespezialist Luc Pauwels sagt dazu folgendes: „Derzeit kommt sehr viel Gas in Zeebrügge an, das nach Deutschland strömt. Man muss dazu wissen, dass Deutschland kein LNG-Terminal auf dem Festland hat, sondern nur seit kurzem drei zeitlich befristet arbeitende schwimmende Terminals installiert hat. Doch ein permanentes großes Terminal haben sie dort nicht. Zeebrügge setzt jährlich 15 Milliarden Kubikmeter Erdgas über das Fluxys-Netzwerk ab. Die schwimmenden Terminals in Deutschland bringen nur 3 Milliarden Kubikmeter ins Netz.“ 

(Lesen Sie bitte unter der Illustration der Gasnetze in Belgien weiter)

Exponentielle Zunahme der Gaslieferungen an Deutschland

VRT NWS bat den belgischen Betreiber der Gasnetze Fluxys darum, zu zeigen, wie groß die Weiterleitung von Gas nach Deutschland (seit dem Krieg in der Ukraine) geworden ist. 2021 ging es dabei um 20 Terrawattstunden (TWh) Gas. 2022 stieg die Menge auf 256 TWh, quasi eine Verdreizehnfachung. Und es ist geplant, die Gasmenge für Deutschland weiter zu erhöhen. 

Insgesamt stieg die Menge an durch die belgischen Pipelines vertriebenen Gas seit dem russischen Angriff auf die Ukraine exponentiell von 195 TWh in 2021 auf 441 TWh im vergangenen Jahr. 

Das LNG-Terminal in Zeebrügge

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