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Modernistisches Appartementhaus im Brüsseler Boondaal-Viertel unter Denkmalschutz

Die Armand Huysmanslaan im Boondaal-Viertel im Brüsseler Stadtteil Elsene ist um ein denkmalgeschütztes Gebäude reicher. Doch dieses Mal handelt es sich nicht um ein Jugenstil- oder Art Deco-Haus, sondern um ein modernistisches Appartementhaus aus der Nachkriegszeit. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Das modernistische Gebäude in der Armand Huysmanslaan in Boondaal, Hausnummer 198, ist ein Entwurf von Anfang der 1950er Jahre vom Architektenduo Henri Montois und Robert Courtois. Es gilt als bestes Beispiel für strengen Rationalismus, ein Merkmal für die erste Generation von modernistischen Architekten aus der Nachkriegszeit.

In den Augen von Normalsterblichen erscheint dieses Gebäude vielleicht langweilig und banal, doch die klare Giebelstruktur mit ihren eindeutigen Linien sorgen dafür, dass dieses Haus von hohem architektonischem und stilistischen Wert ist. Es ist zudem wohl der erste modernistische Entwurf in Boondaal in Elsene. Das Haus wurde 1952 fertiggestellt.

Nach Ansicht der Königlichen Kommission für Denkmal- und Landschaftsschutz verdient dieses Gebäude diese Unterschutzstellung und Brüssels regionaler Minister für das Kulturerbe, Pascal Smet (Vooruit/one.brussels) stimmt dem ebenfalls deutlich zu. Smet sagte in diesem Zusammenhang, dass er nicht die gleichen Fehler mit der Nachkriegsarchitektur begehen wolle, wie vor Jahrzehnten, als zahllose Art-Nouveau-Bauten dem Erdboden gleichgemacht wurden.“

„Wir schützen, was geschützt werden muss“, so der niederländischsprachige Brüsseler Sozialist: „Es sieht vielleicht unbedeutend aus, doch dieses Gebäude ist Zeuge einer Zeitspanne und eines Baustils, der nicht verschwinden darf.“

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Denkmalschutz für kennzeichnende Elemente

Der Denkmalschutz für das Gebäude an der Armand Huysmanslaan in Boondaal, N°198, ist allerdings auf die besonders kennzeichnenden Elemente beschränkt, sprich auf die Fassade, auf das Dach inklusive die Terrasse des fünften Stockwerks, auf die Eingangshalle und auf das Treppenhaus, denn genau diese Elemente sind noch original, also so, wie damals von den Architekten entworfen, erhalten.

Das Gebäude besteht aus drei Duplex-Appartements, die sich jeweils auf anderthalb Etagen erstrecken. Diese Aufteilung gilt als besonders effektive Raumnutzung und erlaubte es Anfang der 50er Jahre die erlaubte Bauhöhe auf vier Etagen maximal wohntechnisch auszufüllen. Auch die einzelnen Wohnungen fallen durch eine klare und rationale Eleganz auf, was die Wendeltreppen und die offenen Kamine in jedem Appartement unterstreichen. Auch der Aufbau der Fenster ist kennzeichnend durch seine Anordnung rund um eine vertikale Achse.

Weitere modernistische Architektur unter Schutz stellen?

Möglicherweise ist dies nicht das letzte modernistische Gebäude aus der Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, dass in der belgischen Hauptstadt Brüssel unter Denkmalschutz gestellt werden soll, wie Regionalminister Smet gegenüber der Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ bemerkt:

 „In einigen Monaten wird uns die ULB (die frankophone Freie Universität Brüssel (Red.)) ein Inventar von Gebäuden aus dieser Zeit vorlegen. Auf diese Weise können dann weitere Gebäude für eine Unterschutzstellung angewiesen werden.“ Allerdings setzt der regionale Brüsseler Denkmalschutzminister schon jetzt einige Schritte, denn „Baustellen und Verkäufe warten nicht…“ 

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