Am Mittwochmittag stieg ein Transportflugzeug der belgischen Luftwaffe in Melsbroek in Richtung türkisches Erdbebengebiet auf (Video unten). Am Abend landete es am Flughafen von Incirlik bei Adana, rund 200 km der schwer getroffenen Millionenstadt Gaziantep. An Bord der Maschine befanden sich 8 Mitarbeiter des belgischen Notfallteams B-Fast, die den Bau eines Feldhospitals vorbereiten sollen. Izwischen konnte eine Stelle gefunden werden, wo dieses Container-Lazarett entstehen soll, nämlich auf dem Parkplatz eines zerstörten Krankenhauses in der Hafenstaft Iskenderun.
Erdbeben in der Türkei: B-Fast findet in Iskenderun eine ideale Stelle für die Errichtung eines Feldhospitals
Bis spätestens nächsten Mittwoch soll dieses Feldhospital in Betrieb sein, so der Plan. Mit dieser Einrichtung soll der Druck auf die noch funktionierenden Krankenhäuser im türkischen Erdbebengebiet etwas genommen werden. Das Lazarett ist etwa 6.000 m² groß und besteht aus dutzenden Containern. Dort können auf der einen Seite 100 Patienten pro Tag behandelt werden und auf der anderen Seite können hier sich auch 20 Patienten länger aufhalten.
Das B-Fast-Team fand jetzt in der der schwer getroffenen Hafenstadt Iskenderun eine ideale Stelle für das Feldhospital. Dazu gehört auch, Lösungen zur Stromversorgung und für Trinkwasser zu suchen. Hinzu kommen auch logistische Dinge, wie z.B. eine möglichst leichte Zufahrtsmöglichkeit für Fahrzeuge zwecks Versorgung und für Krankenwagen.
Derzeit funktioniere keines der drei Krankenhäuser, so der Kinder- und Notarzt Gerland van Berlaer von der Uniklinik Brüssel (UZ Brussel): "Das ist allerdings verständlich, denn das Krankenhauspersonal ist entweder selbst auf der Suche nach Angehörigen und Freunden, oder es musste sich selbst in Sicherheit bringen." Van Berlaer geht davon aus, dass man in den ersten Betriebstagen des Feldhospitals in der ersten Zeit Brüche und Schnittwunden behandeln werde: "Operationsmöglichkeiten werden erst später geliefert und Scanner haben wir erstmal auch keine."
Hier sollen Trauma-Patienten behandelt werden sowie Personen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, Nierenproblemen und Asthma. Im Laufe der nächsten Tage werden weitere 80 B-Fast-Mitarbeiter in die Türkei kommen, die dieses Feldlazarett betreiben werden: Mediziner, Pflegepersonal, Mitarbeiter mit logistischen Profilen, Psychologen.
Wie lange dieses Hospital vor Ort bleiben wird, ist unklar. Nach zwei Wochen wird das erste Team durch eine frische und ausgeruhte Mannschaft abgelöst. Belgien leistet materielle Hilfe und stellt 5 Mio. € zur Verfügung für die Finanzierung von Hilfsaktionen in der Türkei und in Syrien zur Verfügung.


