Flanderns Ministerpräsident Jan Jambon (N-VA) und der niederländische Premierminister Mark Rutte (VVD) haben im Rahmen einer gemeinsamen flämisch-niederländischen Ministerratssitzung in dieser Woche in Den Bosch in der niederländischen Provinz Nordbrabant ein Abkommen zur maritimen Navigation geschlossen. Dabei geht es vor allem um den Schiffsverkehr auf der Westerschelde.
Flandern und die Niederlande einigen sich auf ein Navigations-Abkommen
Die Niederlande wollen über die Schelde und die Westerschelde auf dem Weg zur Nordsee größere Schiffe fahren lassen, sowohl Binnenschiffe, als auch Hochseeschiffe oder Küstenfrachter. Über das neue Abkommen können diese auch von Zeebrügge aus navigiert werden, wenn sie auf dem Weg in Richtung Antwerpener Hafen unterwegs sind oder diesen Hafen wieder verlassen.
Damit kann der Ausbau des Schipdonk-Kanals, der durch die Provinzen West- und Ostflandern führt, abgeblasen werden. Die Niederlande forderten von Belgien bzw. von Flandern schon seit Jahrzehnten diesen Ausbau, der jetzt nicht mehr erforderlich ist.
Am Rande dieser flämisch-niederländischen Ministerratssitzung sprachen die beiden Regierungen auch über einen Vorschlag der flämischen Nationaldemokraten N-VA, sich am Bau des neuen niederländischen Kernkraftwerks in Borssele zu beteiligen. Beide Regierungen wollen diese Idee jetzt „ohne Eile“ prüfen. Die niederländischen Liberalen VVD von Premier Rutte sind ebenfalls Befürworter der Kernkraft. Rutte sagte dazu: „Wir werden langfristig nicht mit nachhaltiger Energie auskommen.“
Diese gemeinsame flämisch-niederländische Ministerratssitzung war die sechste ihrer Art seit 2011.
