Die Landwirte, die in Brabant und um Brüsseler Raum noch Chicorée anbauen, finden kaum noch Nachfolger für ihre Höfe und Felder. Darum will das Flämische Zentrum für Agro- und Fischereimarketing (Vlam) während der jetzt angelaufenen „Woche des Chicorées“ dieses hierzulande traditionsreiche Gemüse noch einmal in den Fokus rücken.
Hat der Chicorée aus Flämisch-Brabant und der Brüsseler Region keine Zukunft mehr?
Jährlich gehen der Absatz und der Verbrauch von Chicorée, vor allem von Boden-Chicorée in unserem Land zurück. Vor allem im sogenannten „Flämischen Rand“ rund um Brüssel ist das der Fall, doch daran will Vlam versuchen, etwas zu ändern. Mit Rezepten, Promofilmen und Reklamebotschaften wollen die flämischen Landesbehörden für den Chicorée in diesen Tagen werben. Ein Teil davon ist diese „Woche des Chicorées“, die auch prominent auf der Webseite „Helden van de velden“ (etwa „Helden der Felder“) zu finden ist.
Nele Van Avermaet vom Flämischen Zentrum für Agro- und Fischereimarketing stellt fest, dass der Verbrauch von Chicorée Jahr für Jahr zurückgeht: „Vor allem junge Leute kaufen und essen weniger Chicorée. Das ist schade, denn das ist ein typisches flämisches Produkt. Aus Evere haben sich Anbau und Ernte über Kampenhout, Steenokkerzeel und Kortenberg verbreitet. Aber auch in Ost- und Westflandern findet man Züchter. Wir promoten Chicorée jetzt auch, weil jetzt der geeignete Zeitpunkt für den authentischen und nachhaltigen Boden-Chicorée ist. Wir machen aber keinen Unterschied zwischen Chicorée, der mit Hydrokultur angebaut wird oder Boden-Chicorée. Es bleibt ein Spitzenprodukt, als Salat, gekocht, gebraten oder gebacken, wie z.B. der herrliche Klassiker Chicorée mit Schinken und Käse im Backofen…“
Anbau und Ernte von Chicorée, vor allem von Boden-Chicorée, ist arbeitsintensiv, auch wenn es besonders nachhaltig ist und viele Landwirte hören auf und finden keine Nachfolger. Einige der Landwirte verkaufen ihre Produkte direkt auf ihren Höfen oder auf Wochenmärkten, wo Chicorée viel billiger ist. In den Supermärkten, so die Bauern, werde ihr Chicorée viel zu teuer verkauft, trotz der Tatsache, dass er verpackt dorthin geliefert wird. Im Supermarkt ist Chicorée nicht selten drei- bis viermal teurer als beim Direktverkauf beim Züchter…
