Seit diesem Donnerstag wird der Schienenverkehr in ganz Belgien von 10 neuen und hochmodernen Stellwerken aus geregelt. Zu früheren Zeiten sorgten rund 300 Stellwerke, die teilweise mechanisch funktionierten, für einen geregelten Bahnverkehr, doch jetzt haben ultramoderne digitale Technologie und eine Kommunikation mit kurzen Wegen hier Einzug gehalten.
Der gesamte Schienenverkehr in Belgien wird jetzt von nur noch 10 Zentralstellwerken aus geregelt
Früher mussten die Stellwerker Weichen und Signale auch mechanisch, sprich mit der Hand und über Hebel stellen und die Kommunikation erfolgte über Funk oder über Telefon. Im neuen Stellwerk von Brüssel z.B. läuft jetzt alles computergesteuert, wie Thomas Baeken, der Sprecher des Infrastruktur-Dienstleisters der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB, Infrabel, dazu gegenüber VRT NWS erklärte: „Diese Computer haben eine viel bessere Übersicht über das Gleisnetz und damit kann man schneller Probleme detektieren und die passenden Lösungen finden.“
Die Computer sind das wichtigste Hilfsmittel für die Regelung des Schienenverkehrs, doch die letzte Entscheidung liegt bei den Stellwerkern und deshalb sind auch die Wege der Kommunikation kürzer und direkter geworden. Das neue Brüsseler Stellwerk regelt den Verkehr für die gesamte Hauptstadt-Region und die verschiedenen zuständigen Kollegen sitzen zusammen.
Deren Arbeit ist unter Umständen sehr stressig, ähnlich der von Fluglotsen. Deshalb steht den Stellwerkpersonalen auch jeglicher Komfort zur Verfügung, wie z.B. individuell angepasste Bürostühle oder Räume zum Entspannen. In jedem dieser neuen Zentralstellwerke kommen 100 bis 150 Mitarbeiter zum Einsatz.
Weniger Stellwerke bedeutet natürlich auch weniger Kosten für Infrabel. Und angesichts der Tatsache, dass die Bahn nicht (mehr) allzu viel Mittel zur Verfügung hat, ist das keine schlechte Sache, so Infrabel-CEO Benoit Gilson: „Wir arbeiten mit viel weniger Personal und mit weniger Gebäuden, also sind wir in der Effizienz besser geworden.“ Die Finanzierung der 10 neuen Stellwerke hat die Bahn, bzw. Infrabel rund 9 Mia. € gekostet.
