Am Wochenende fanden Spaziergänger in Zonhoven rund 50 Fässer mit chemischen Abfällen, die vermutlich aus der Produktion von synthetischen Drogen stammen und am Montag sind in Leopoldsburg weitere 70 solche Behälter entdeckt worden. Flanderns Umweltministerin Zuhal Demir (N-VA) will jetzt einen Fonds aus Bußgeldern anlegen, mit dem die Kosten für Abtransport und Vernichtung dieses giftigen Abfalls gedeckt werden können.
Über 120 Fässer mit Abfall aus der Drogenproduktion in Limburg entdeckt
In Zonhoven fanden Spaziergänger am Sonntag etwa 50 blaue und weiße Fässer, die vermutlich chemische Abfälle aus der Drogenproduktion enthielten. Diese Fässer waren in der Nähe des Naturschutzgebiet De Teut „entsorgt“ worden. Die Behälter waren an einem Parkplatz für Wanderer abgeladen worden. Die Polizei riegelte den Fundort ab und die Sondereinheit Cleanlab Response Unit sicherte das Material. Glücklicherweise entwichen keine giftigen Substanzen aus den Fässern.
Als wäre dies noch nicht genug gewesen, wurden am Montag weitere 70 Fässer mit ähnlichen Inhalten gefunden und zwar in Leopoldsburg. Die Behälter befanden sich in einer Straße, die ins Nichts ausläuft. Hier kümmerte sich der Zivilschutz um die Sicherung und den Abtransport der Substanzen. Hier handelte es sich um rund 70 Fässer mit jeweils 20 Liter chemische Abfälle und um einige 200 Literbehälter. Ob es zwischen beiden Vorfällen eine Verbindung gibt, versucht die Polizei jetzt zu ermitteln.
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Wer soll das bezahlen?
Flanderns Landesumweltministerin Zuhal Demir (N-VA) will einen aus Bußgeldern gespeisten Fonds einrichten, um die Sicherung, den Transport und die Vernichtung von illegal abgelagerten chemischen Substanzen aus der Drogenproduktion zu finanzieren. Die Kosten sind stets recht hoch, da es sich in den meisten Fällen hier um sehr giftige Flüssigkeiten handelt, für deren Behandlung bisher der Steuerzahler aufkommen muss. Nicht selten muss sogar der Boden nach solchen Funden saniert werden, weil chemische Produkte auslaufen und einsickern.
Demir reagierte sehr ungehalten auf die Meldung, dass solche Abfälle auf einem Parkplatz unmittelbar an einem Naturschutzgebiet „entsorgt“ wurden, so sich eigentlich jeden Sonntag hunderte Familien mit Kindern auf eine Wanderung vorbereiten. Dass sich Drogenbanden ausgerechnet in der ländlichen Provinz Limburg ihrer Produktionsabfälle entledigen, ist weder selten, noch ein Zufall. Dieses Gebiet liegt im Herzen Europas und unmittelbar an der Grenze zu den Niederlanden. Sie will jetzt auch die belgischen Bundesbehörden in die Verantwortung rufen, denn diese sollen diesen Fonds aus beschlagnahmten Mitteln der Kriminalität ebenfalls mit finanzieren.
