Im laufenden Schuljahr folgen genau 2.814 Schülerinnen und Schüler im belgischen Bundesland Flandern einer Ausbildung im System „Duales Lernen“. Dieses Unterrichtssystem besteht aus einer Kombination von lernen in der Schule und Teilzeitarbeit im Berufsleben, um das schulisch theoretisch Erlernte auch in der Praxis zu erfahren. Doch, hier wird auch das nötige Allgemeinwissen auf der Schulbank mitgenommen.
Fast 3.000 Schülerinnen und Schüler folgen in Flandern dem System "Duales Lernen"
Flanderns Arbeitsminister Jo Brouns (CD&V) stellt fest, dass heute 20 % mehr Jugendliche in diesem System aktiv sind, als im Schuljahr davor. Der flämische Christdemokrat wünscht sich, dass sich noch mehr junge Leute dafür entscheiden: „Im Berufsleben lernt man Dinge, die nicht in den Schulbüchern stehen.“
Konkret folgen die Jugendlichen in Flandern in diesem System folgendem Rhythmus: Eine Woche zwei Tage Unterricht in der Schule und drei Tage im Arbeitsleben. In der Woche danach ist das Ganze umgekehrt: Drei Tage Schule und zwei Tage Job.
Für nicht wenige dieser Jugendlichen ist das „Duale Lernen“ eine ideale Ausbildungsform, denn acht Stunden lang am Tag die Schulbank drücken, ist nichts für sie. Und eben weil sie dies nicht können, würden sie wohl ohne dieses System durchs Raster fallen und am Ende ganz ohne Abschluss dastehen.
Der Arbeitsplatz ist eigentlich die größte Schule Flanderns.“
Landesarbeitsminister Jo Brouns
Landesarbeitsminister Brouns (Foto unten) hält dieses System auch für eine Teillösung für das Problem des Facharbeitermangels und für die vielen unbesetzten offenen Stellen am hiesigen Arbeitsmarkt: „Dank diesem System entspricht das Profil dieser Schüler und Schülerinnen viel besser dem, was die Arbeitgeber suchen.“
Er ruft Schulen und Arbeitgeber dazu auf, in dieser Frage besser und enger zusammenzuarbeiten, damit sich noch mehr Berufsrichtungen dem „Dualen Lernen“ anschließen: „Der Arbeitsplatz ist eigentlich die größte Schule Flanderns. Man kann in der Schule viel lernen, doch man kann dort unmöglich das lernen, was man bei der Arbeit sehen kann. Men lernt, Initiative zu ergreifen, Verantwortung zu übernehmen und sich selbst in Frage zu stellen.“
