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Forschungsprojekt der Uni Hasselt: Wie reagieren Birnen auf den Klimawandel?

In sechs Kuppeln der wissenschaftlichen Fakultät der Universität Hasselt (UHasselt) in Maasmechelen (Provinz Limburg) werden Forscher in den kommenden drei Jahren den Einfluss des Klimawandels auf die regionale Birnenzucht beobachtet. In drei dieser Kuppeln wird das Klima von heute simuliert und in den drei anderen Anlagen das Wetter ab 2040. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

In der Ecoton-Forschungsanlage der Hasselter Uni in Maasmechelen sind in diesen Tagen insgesamt 12 Birnbäume eingelassen worden. Wissenschaftler der UHasselt wollen in den kommenden drei Jahren erforschen und beobachten, wie sich der Klimawandel in Zukunft auf den Birnenanbau und die Ernte auswirkt. Birnen gehören zu den wichtigsten Obstsorten, die in der Provinz Limburg auch zum weltweiten Export angebaut werden.

Die Universität arbeitet hier mit dem Versuchszentrum für Obst und Früchte (PC Fruit) sowie mit dem Flämischen Zentrum für den Erhalt von Gartenbauprodukten zusammen.

Wie sieht die Qualität von Conference-Birnen im Jahr 2040 aus?

„In der Ecotron-Anlage können wir in abgeschlossenen aber durchsichtigen Kuppeln verschiedene Umstände der Klimaveränderung simulieren“, sagt Nadia Soudsilovskaia, Professorin für Umweltbiologie und Leiterin des Ecotron-Zentrums dazu: „In drei dieser Kuppeln simulieren wir das Klima nach 2040 und in den drei anderen Kuppeln herrscht das Klima von heute. Dabei werden wir die Qualität des Obstes unter diesen unterschiedlichen Wetterumständen vergleichen.“

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An Schenk, Projektleiterin des Flämischen Zentrums für den Erhalt von Gartenbauprodukten, ergänzt, dass die Klimamodelle, die hier angewendet werden, denen entsprechen, die auch bei den Klimakonferenzen als Basis der Beschlüsse herangezogen werden: „Die Temperatur wird erhöht, die Feuchtigkeit wird angepasst und es gibt dort andere Windgeschwindigkeiten. Alles wird dem Klima von 2040 angepasst. In diesem Szenario wird davon ausgegangen, dass es dann 2 bis 3°C wärmer sein wird, als heute und dass der CO2-Ausstoß in der Luft auch gleich bleibt.

Wie werden die Folgen für die Ernte und die Lagerung der Birnen sein?

„Wir gehen davon aus, dass die Birnbäume den Klimawandel gut vertragen werden und dass wärmere Temperaturen vielleicht sogar positive Effekte auf das Obst haben werden“, so Professorin Soudzilosvkaia: „Doch da sind wir natürlich nicht sicher von. Es kann sein, dass wir unerwartete Birnenkrankheiten entdecken.“ Auf mikroskopischer Ebene werden die Wissenschaftler von Ecotron auch die Entwicklung der Bodenzusammenstellung analysieren. Welche Schimmelarten können sich bilden? Welche Krankheiten können auftreten? Wie reagieren die Zellkulturen im Boden?

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

„Für die Aufbewahrung bedeutet das z.B., dass wir nachgehen müssen, welche Erntedaten sich ändern müssen oder ob bei der Lagerung Krankheiten entstehen können. Eine Frage ist denn auch, ob die Erntezeit angepasst werden muss, ergänzt Ann Schenk: „Werden wir z.B. auch die Sauerstoffkonzentration und die Temperatur in den Kühlräumen verändern müssen?“

Wichtiges Exportprodukt

Die Birnen, die für dieses Forschungsprojekt genutzt werden, wurden aus dem Boden im Haspengau gewonnen, quasi dem Obstkorb Flanderns. PC Fruit will z.B. wissen, ob es sich in Zukunft noch lohnen wird, neue Birnensorten anzupflanzen.

Belgien ist jedes Jahr in der weltweiten Top 3 beim Export von Birnen, besonders bei der Hauptsorte Conference. 52 % der gesamten weltweiten Conference-Produktion kommen aus der flämischen Provinz Limburg. Für die limburgische Provinzialabgeordnete Inge Moors, die auch Vorsitzende von PC Friut ist, geht es hier um alles: „Es ist demnach wichtig zu schauen, wie die Investitionen in Zukunft aussehen können. So können wir die Züchter besser vorbereiten, damit die Ernteerfolge fortgesetzt werden.“ In etwa 2 Jahren werden die ersten Testergebnisse vorliegen.  

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