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Kritik des Armeechefs an "unpassenden Praktiken während der Ausbildung von Rekruten"

Admiral Hofmann, der Stabschef der belgischen Armee, kritisiert in einem internen Schreiben an die weitere Armeeführung, dass die „unangepassten Praktiken während der Ausbildung von neuen Rekruten sofort beendet werden müssen.“ Dieses interne Schreiben kam an die Öffentlichkeit und darüber berichtete die flämische Tageszeitung De Standaard in ihrer Donnerstagsausgabe.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Dass es bei einer militärischen Ausbildung manchmal auch härter zugehen kann, scheint logisch und dass es bei den Special Forces auch heftig wird, liegt wohl auch in der Natur der Sache. Aber bei der Ausbildung von neuen Soldaten, die gerade erst am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn in der Armee sind, sollte es doch gesitteter zugehen.

Yves Huwaet von der Militärgewerkschaft ACMP deutete gegenüber VRT NWS an, dass mitunter völlig veraltete Ausbildungstechniken angewendet würden, wie sinnloses Heruntermachen von Rekruten und anderen: „Das geht z.B. um zusätzliche Gewichte im Rucksack, womit eigentlich die Basis für Verletzungen gelegt wird. Das sind unerlaubte Praktiken und verbotene Bestrafungen.“ Huwart kritisiert auch, dass man Rekruten nicht dazu verpflichten dürfe, aufeinander loszugehen.“  

Der Vorgang kommt just zu einem Zeitpunkt an die Öffentlichkeit, an dem die Armee mit einer großangelegten PR-Kampagne für sich wirbt, um neue Soldaten und auch neues Zivilpersonal anzuwerben.

Die Militärgewerkschaft hält es für eine gute Sache, dass sich der belgische Armeechef mit einem solchen Schreiben an die Generäle richtet und ruft dazu auf, ein Kontrollorgan, ein sognanntes „Komitee M“ nach dem Vorbild des „Komitee P“ für die Polizeidienste einzurichten. Ein solches Gremium könne mögliche Missstände im Umgang mit Soldaten überprüfen.

Derzeit aber wird Fehlverhalte intern geregelt und dass ist für ACMP-Gewerkschaftler Huwart problematisch, denn hier sei man Richter und Angeklagter in einem: „Wir glauben, dass es nützlicher sein könnte, eine externe Meldestelle einzurichten, wo Menschen auf ihr unangepasstes Verhalten angesprochen werden. Wir fordern dies schon seit Jahren.“  

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