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Entspannung im Streit? Ostende zieht seine Kandidatur zur Kulturhauptstadt 2030 zurück

Im Streit zwischen mehreren Städten in der Provinz Westflandern um die Bewerbung für die Europäische Kulturhauptstadt 2030 gibt es eine leichte Entspannung. Ostende kündigte an, seine Kandidatur zurückzuziehen und in andere Events zu investieren. Das bedeutet, dass jetzt nur noch Brügge und Kortijk um diese prestigeträchtige und lukrative Initiative kämpfen. Ostende konzentriert sich jetzt auf das Ensor-Jahr 2024.

Andreas Kockartz
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Im Förderplan 2019-2025 der Stadt Ostende stand die Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2030 oben an und war seht ambitioniert ausgeführt. Doch inzwischen sieht die Lage anders aus, wie Bürgermeister Bart Tommelein (Open VLD) feststellen muss: „Die wirtschaftliche Lage lässt das nicht mehr zu. Wir setzen jetzt auf das Ensor-Jahr 2024. Ostende ist eine Kulturstadt. Wir haben Festivals, wie Theater an der See und das Filmfestival und vieles mehr, doch Kulturhauptstadt Europas werden wir nicht sein.“

Damit kämpfen nur noch zwei Städte um diesen Titel: Kortrijk und Gent. Kortrijk hat seine Kandidatur schon seit längerem angemeldet, doch Brügge entschied sich erst vor zwei Wochen dazu, hier mitzubieten. Das sorgt(e) sofort für Streit. Kortrijks Kulturschöffe Axel Ronse (N-VA) bat Brügge darum, diese Kandidatur wieder zurückzuziehen und gemeinsam im Sinne der Provinz Westflandern vorzugehen .

Damit aber, so Ostendes Bürgermeister Tommelein, habe man nichts zu tun: „Der Beschluss, sich nicht mehr um diesen Titel für 2030 zu bewerben, ist bei uns schon vor zwei Monaten gefallen, hat also mit dem Streit zwischen Brügge und Kortrijk nichts zu tun. Ich als Bürgermeister rate auch dazu, besser zusammen zu arbeiten, als sich zu streiten.“  

Das Ensor-Jahr

Im Dezember 2023 beginnt in Ostende das Stadtfestival „Ensor 2024“. Der in Ostende geborene Künstler James Ensor gehört zum Kulturerbe in der Hafenmetropole. 2024 wird dort dessen 75. Todestag mit einer ganzen Reihe an Events und Ausstellungen begangen. Ensor lebte in Ostende, arbeitete hier und er starb auch in der Stadt.

Das Mu.ZEE bringt unter dem Titel „Rose, Rose, Rose à mes yeux“ eine Ausstellung, die sich nur mit den Stillleben des Künstlers beschäftigt und im Fort Napoleon werden Familienprogramme mit einer Ausstellung rund um ein Kinderbuch zu James Ensor organisiert. Im Laufe des ganzen Jahres sind im Ensor-Haus im Stadtzentrum von Ostende gleich mehrere Ausstellungen zu sehen, darunter mit „Satire, Parodie, Pastiche“ eine, die die Selbstporträts des Malers in den Vordergrund stellt.

In den Venezianischen Arkaden wird eine Ausstellung zu sehen sein, die den Titel „Ostende, Ensors imaginäres Paradies“ trägt. Eröffnet wird das Ensor-Jahr am 16. Dezember 2023. Mehr zum Programm bietet die Webseite www.ensorstad.be

James Ensor

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