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Stichprobe in Flandern: Viele Kinder, die zu Hause kein Niederländisch sprechen, scheitern im ersten Schuljahr

Aus einem stichprobenartigen Sprachentest in flämischen Kindergärten, in denen viele Kinder angemeldet sich, die zu Hause kein Niederländisch sprechen, ist ersichtlich, dass die Sprachenkenntnisse so unterentwickelt sind, dass diese Kinder schon im ersten Schuljahr keinen Erfolg haben werden. Davon sind laut des Tests 14 % der Kinder im 3. Kindergartenjahr betroffen. Landesbildungsminister Ben Weyts (N-VA) will jetzt deren Eltern dazu bringen, mit ihren Kindern Niederländisch zu sprechen. Aber, er droht auch mit Sanktionen.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Eltern, die nicht dafür sorgen, dass ihre Kinder auch außerhalb der Schule Niederländisch sprechen, können nach Plänen von Flanderns Bildungsminister Weyts mit einer Verringerung der Kinderzulage und mit dem zurückziehen von Prämien rechnen.

In den Schulen wird alles daran gesetzt, den Vorschulkindern und den Erstklässlern ausreichend Niederländisch beizubringen, damit sie es ins zweite Schuljahr schaffen, doch die Schulen können diese Verantwortung nicht alleine übernehmen.

Schulen und Behörden rechnen also damit, dass bei den Kindern zu Hause Niederländisch gesprochen wird und dass diesen Kindern auch außerschulische Aktivitäten geboten werden, bei denen Niederländisch gesprochen wird. Anderssprachigen Eltern wird empfohlen, ihre Kinder bei einer Jugendbewegung anzumelden oder bei einem Sportverein. Auch zu Hause gemeinsam flämische Fernsehsendungen schauen, wird empfohlen.

Flanderns Bildungsminister Weyts, ein flämischer Nationaldemokrat der N-VA, plant, Familien, die sich nicht an diese Empfehlungen halten und die ihren Kindern keine Möglichkeiten bieten, außerschulisch Niederländisch zu sprechen, mit repressiven Mitteln unter Druck zu setzen. 

Kritik

Doch die Pläne des Bildungsministers stoßen nicht überall auf Gegenliebe. Flanderns Jugendminister Benjamin Dalle von den flämischen Christdemokaten CD&V hält repressive Maßnahmen gegen solche Eltern für keine gute Sache. Er spricht dabei auch von praktischen Problemen. Dalle glaubt aber auch, dass es besser sei, zu ermutigen, statt zu bestrafen, denn Strafen würden nicht wirken.

Und Armutsverbände halten es für ganz schlecht, Familien finanziell zu bestrafen, die es nach Corona und durch Inflation und hohe Energiepreise schon jetzt sehr schwer haben. Lehrerinnen und Lehrer sind der Ansicht, dass Schulen schon mehr unternehmen können, in dem sie z.B. selbst außerschulische Aktivitäten anbieten, die mit Sprache zu tun haben. 

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