Das Antwerpener Strafgericht hat Younes E.B. wegen der Einfuhr von Kokain über den Hafen von Antwerpen zu acht Jahren Haft und einer Geldstrafe von 32.000 Euro verurteilt. Der Verurteilte ist ein Onkel des 11-jährigen Mädchens aus Merksem, das am Montagabend bei einer Vergeltungsaktion im Drogenmilieu erschossen wurde.
Onkel der erschossenen 11-Jährigen aus Merksem zu acht Jahren Haft wegen Einfuhr von Kokain verurteilt
Bei den Schüssen auf ein Garagentor eines Hauses in Merksem am Montagabend war ein 11-jähriges Mädchen erschossen worden. Der tragische Vorfall wurde mit der Drogenkriminalität in Verbindung gebracht. Nicht etwa, weil die Familie des Mädchens selbst in den Drogenhandel verwickelt wäre, sondern weil die Brüder der Mutter in diesem Zusammenhang verdächtigt werden. Einer dieser Brüder, ein Onkel des Mädchens, Younes E.B., wurde nun wegen der Einfuhr von Kokain zu acht Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 32.000 Euro verurteilt. Der Mann war auf seinem Prozess nicht anwesend. Seine sofortige Verhaftung wurde angeordnet. Er könnte sich in Dubai aufhalten.
Neben dem Onkel des Mädchens waren auch Zouhair L. und eine Angestellte des Hafenbetriebs, Mara S., angeklagt. Letztere hatte angeblich ihre Position missbraucht, um vertrauliche Informationen zu suchen und weiterzugeben. Sie hatte von Zouhair L., den sie auf Tinder kennengelernt hatte, ein verschlüsseltes Telefon erhalten. Die Fakten kamen ans Licht, nachdem es der belgischen Polizei gelungen war, die Software der Sky-ECC-Telefone zu hacken und die verschlüsselten Nachrichten zu lesen.
Zouhair L. wurde zu sechs Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt, während Mara S. zu drei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 8.000 Euro verurteilt wurde, die beide zur Bewährung ausgesetzt wurden.

