Zum Hauptinhalt springen

Anwohner klagt wegen Lärm: Droht dem legendären Brüsseler Nachtclub Fuse endgültig das Aus?

Der legendäre Brüsseler Technoclub Fuse bleibt vorläufig geschlossen. Das haben die Inhaber am Donnerstag bekannt gegeben. Grund sind die Lärmnormen und die Sperrstunde, die von der Brüsseler Region und ihrer Umweltbehörde mit sofortiger Wirkung auferlegt werden, nachdem ein Anwohner geklagt hatte. Die angekündigte Schließung des über die Grenzen hinaus bekannten Szeneclubs hat heftige Reaktionen ausgelöst. Aber der Club und seine vielen Anhänger wollen noch nicht ganz aufgeben. 

Martina Luxen Belga
Veröffentlicht:

Nach fast 29 Jahren soll der Nachtclub, der die internationale Techno- und Dance-Szene groß gemacht hat, definitiv schließen. Das befürchten die Inhaber in einer Mitteilung, die sie am Donnerstag über Social Media veröffentlicht haben.  

Auslöser sind die Klagen eines Anwohners, der vor einigen Jahren ein angrenzendes Haus gekauft hat. Daraufhin hat die Umweltbehörde der Region Brüssel mit sofortiger Wirkung verhängt, dass der Lärmpegel maximal 95 Dezibel betragen müsse und die Sperrstunde um 2 Uhr nachts einzuhalten sei.  

"Der Konflikt mit dem Nachbarn dauert schon seit acht Jahren", sagte Fuse-Programmdirektor Steven Van Belle (Video unten): "Wir haben uns immer konstruktiv verhalten. Wir haben lärmdämmende Arbeiten durchgeführt, um eine Einigung zu erzielen (…). Es stellt sich aber heraus, dass die Isolierung nicht ausreicht, um die Lärmnormen einhalten zu können.”   

"Wir haben die Umweltbehörde über unsere Maßnahmen informiert (…) und hatten gehofft, dass wir offen bleiben dürfen, aber das ist offenbar nicht möglich. Wir hatten mit mehr Zeit gerechnet." 

ANSEHEN

Wie Van Belle weiter erklärte, könne ein Technoclub auch nicht überleben, wenn er um 2 Uhr nachts wieder schließen müsse. Die meisten Besucher kämen erst nach Mitternacht in den Club. 

"Für die nächsten zwei Wochen haben wir alles abgesagt", so Van Belle: "Die große Frage ist jetzt natürlich, wie es weitergeht. Wir haben auf jeden Fall Berufung eingelegt, weil wir die Entscheidung für unverhältnismäßig halten.”  

"Wir erwarten am 25. Januar eine Antwort. Wir fordern die zuständigen regionalen Behörden auf, diese Entscheidung rückgängig zu machen. Wie immer ist Fuse bereit, konstruktiv mitzuarbeiten, um eine Lösung zu finden. Wir hoffen auf eine schnelle und positive Entscheidung zur Wiedereröffnung von Belgiens ältestem Techno-Club."  

ANSEHEN

Der Brüsseler Umweltminister Alain Maron (Ecolo) teilte unterdessen mit, er habe sich gestern mit der Umweltbehörde und dem Betreiber des Fuse getroffen, um Lösungen zu finden. 

"Die Gespräche waren konstruktiv, aber jetzt müssen technische Unterlagen zwischen dem Fuse und der Umweltbehörde ausgetauscht werden", sagte Maron. Der Minister hofft, dass alle Anstrengungen unternommen werden, um diesen Brüsseler Veranstaltungsort so schnell wie möglich wieder zu öffnen". 

Enttäuschung weit und breit

In den Social Media reagieren die Besucher und Brüsseler bestürzt auf die Nachricht. "Der Club ist ein Monument und hat so viel für unsere Hauptstadt getan", schreibt u. a. Bürgermeister Philippe Close: "Ich verspreche alles zu tun, um den Fuse so schnell wie möglich wieder zu öffnen." 

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5