Eine 23 Jahre alte Asylsucherin aus Mauretanien, die wegen der drohenden Bescheidung ihrer Tochter aus ihrem Heimatland geflohen ist, meldete sich in dieser Woche hochschwanger bei der Uniklinik UZ Brüssel in Jette, wurde aber dort quasi rausgeworfen, die die Tageszeitungen Gazet van Antwerpen und De Standaard melden. Sie wurde offenbar dort nicht angenommen, da sie weder Geld noch eine Krankenversicherung hatte.
Brüsseler Krankenhaus verweigerte die Aufnahme einer hochschwangeren Asylsucherin
Bei der Notaufnahme in der Brüsseler Uniklinik in Jette sollte sie vor der Entbindung 2.000 € zahlen, weil sie nicht krankenversichert war. Da sie dies nicht konnte, wurde sie wieder hinauskomplimentiert. Glücklicherweise konnte sie nur kurze Zeit später ihren Sohn im nahegelegenen Brugmann-Krankenhaus zur Welt bringen.
Ein Sprecher der UZ Brüssel sagte dazu gegenüber den beiden Zeitungen, die den Vorfall gemeldet haben, dass dies ein sehr außergewöhnlicher Fall gewesen sei: „Im Prinzip bieten wir jedem, der sich hier meldet, Hilfe an, ungeachtet des Status der Person. Dies trifft und sehr und die entsprechenden Mitarbeiter wurden denn auch bestraft.“
Das Problem liegt bei den mangelnden Kapazitäten beim belgischen Ausländeramt Fedasil. Auf der Warteliste von Fedasil sind rund 2.700 Asylsucher aufgeführt, die derzeit weder eine Unterkunft haben, noch von medizinischer Hilfe profitieren können. Auch deshalb melden sich viele der Betroffenen bei den Notaufnahmen der Brüsseler Krankenhäuser.
Für die junge Mauretanierin waren mit der Geburt ihres Sohnes im Brugmann-Krankenhaus noch nicht alle Probleme beseitigt. Im Nachhinein kümmerte sich keine Hebamme mehr um die 23-Jährige, denn diese arbeiten nicht gerne mit Fedasil zusammen, weil das Ausländeramt die anfallenden Unkosten zu spät zurückzahlt.

