In einem von rund 900 Flüchtlingen und Asylsuchern illegal besetzten leerstehenden Bürogebäude in der Paleizenstraat im Brüsseler Stadtteil Schaarbeek ist am Donnerstagnachmittag ein Brand ausgebrochen, der allerdings rasch gelöscht werden konnte. Die Brüsseler Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an. Einige wenige der Bewohner erlitten leichte Rausvergiftungen.
Brand in von Flüchtlingen besetztem Bürogebäude in Brüssel schnell gelöscht
In diesem Gebäude halten sich rund 900 Flüchtlinge und Asylsucher auf, denen der belgische Staat keine Unterkunft bieten kann. Seit Wochen leben diese Leute dort unter prekären Umständen und ohne nennenswerte sanitäre Anlagen.
Wie groß die Not ist, beweist die Feststellung der Feuerwehr, dass sich niemand aus dem Gebäude habe evakuieren lassen, als es im dritten Stockwerk zu dem Feuer kam, das wohl durch eine brennende Matratze ausgelöst wurde. Es sei für die Feuerwehr und die Rettungskräfte nicht einfach gewesen, mögliche Verletzte zu finden, weil kaum einer das Gebäude verlassen wollte.
Belgiens Staatssekretärin für Asyl und Einwanderung, Nicole de Moor (CD&V) zeigte sich sehr besorgt und teilte mit, dass das Ausländeramt Fedasil in den vergangenen 3 Wochen 114 dieser Asylsucher eine Unterkunft besorgt habe. Laut dem Roten Kreuz halten sich mit Sicherheit mindestens 900 Personen in dem Gebäude auf, von denen nur 144 offiziell anerkannte Asylsucher sind.
Hier halten sich Familien mit Kindern auf, Obdachlose, registrierte Asylsucher, Illegale und es wurden auch bereits Schlägereien und mindestens eine Messerstecherei gemeldet. Versorgt werden diese Leute in erster Linie von ehrenamtlich arbeitenden Organisationen, von den Ärzten ohne Grenzen und von Fall zu Fall vom Roten Kreuz.
Durch einen Mangel an medizinischer Kontrolle und Versorgung sind dort bereits Diphterie-, Tuberkulose- und Krätzefälle bekannt…
