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Inland
Wirtschaft

Pensionssparfonds erleben das schlechteste Jahr seit 2008

Pensionssparfonds haben im vergangenen Jahr durchschnittlich 16 Prozent an Wert verloren. Dies geht aus einer Berechnung der Finanzzeitung De Tijd hervor. Damit machen die Pensionssparer das schlechteste Geschäft seit der internationalen Finanzkrise von 2008. 

Martina Luxen
Veröffentlicht:

Wer steuergünstig für das Alter sparen will, hat mehrere Möglichkeiten, u. a. langfristiges Sparen, eine Rentensparversicherung bei einem Versicherer oder einen Rentensparfonds bei einer Bank. 

Nach Berechnungen der Finanzzeitung De Tijd haben die belgischen Pensionsfonds zusammen vor einem Jahr 25,5 Milliarden Euro verwaltet. Mehr als 4 Milliarden davon sind im letzten Jahr verloren gegangen, was einem Verlust von 16 Prozent entspricht. Der durchschnittliche Rentensparer, der Ende 2021 14.449 Euro gespart hatte, hat 2.312 Euro verloren. 

Die 1,8 Millionen Belgier, die Geld in einen Pensionssparfonds investiert haben, haben damit das schlechteste Jahr seit der Finanzkrise 2008 erlebt. In jenem Jahr verlor der Bel-20 53,7 Prozent seines Wertes und die Rentensparfonds büßten ein Viertel ihres Wertes ein.   

2022 konnte der Bel-20 den Verlust auf 14,1 Prozent begrenzen. Ein Jahr, in dem die Anleger mit dem Krieg in der Ukraine, hohen Energiepreisen und hoher Inflation zu kämpfen hatten. Dass 2022 ein besonders schwaches Jahr für die Pensionsparfonds wurde, ist insbesondere auf die steigenden Zinsen zurückzuführen. 

Sowohl Aktien als auch Anleihen schwach

Pensionssparfonds investieren sowohl in Aktien als auch in Anleihen. Und beide haben ein schwaches Jahr hinter sich. Anleihen halten Portfolios in der Regel über Wasser, wenn Aktien einbrechen. Aber auch die Anleihekurse sind im vergangenen Jahr stark gefallen. Das war auf die Politik der Zentralbanken zurückzuführen. Die Europäische Zentralbank und die US-Notenbank haben ihre Leitzinsen in rasantem Tempo erhöht, um die hohe Inflation zu stoppen. 

Steigende Zinsen sind an sich eine gute Nachricht für zinstragende Anlageprodukte wie Anleihen. Neue Anleihen bringen schließlich einen höheren Kupon, also einen höheren Zinssatz. Gleichzeitig verlieren aber die bestehenden Anleihen, die an der Börse gehandelt werden, an Wert. Das liegt daran, dass sich die Anleger von bestehenden, weniger interessanten Anleihen trennen und sie gegen neue, renditestärkere Anleihen austauschen. 

Dieser einzigartige Cocktail aus fallenden Aktien- und Anleihekursen schadet den Rentensparern eine Zeit lang. Längerfristig bleiben die Renditen solcher Fonds jedoch positiv und liegen in der Regel über der Inflation. 

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