Beim letzten Jahreswechsel sind in Belgien mindestens 155 Menschen durch Feuerwerkskörper verletzt worden. Das teilt die Stichting Brandwonden mit. Die Stiftung zählt seit mehreren Jahren die Unfälle mit Feuerwerkskörpern zwischen dem 23. Dezember und dem 2. Januar. Während der Corona-Krise war die Zahl der Feuerwerksunfälle mit Personenschäden im Zeitraum 2020-2021 zurückgegangen.
Mindestens 155 Menschen in Belgien durch Feuerwerkskörper beim Jahreswechsel verletzt
Mitten in der Corona-Krise beim Jahreswechsel 2020-2021 hatte die Stiftung ein Todesopfer und 20 Verletzte gezählt. Im letzten Jahr (2021-2022) erfasste die Stiftung 68 Verletzte, eine ähnlich hohe Zahl wie in den Jahren vor der Pandemie.
In diesem Jahr zählte die Stichting Brandwonden 12 Verletzte an Weihnachten und 143 Verletzte an Silvester. Die Zahl könnte noch ansteigen, da immer wieder Opfer erst Tage später mit nicht heilenden Verletzungen zum Arzt gehen. Am Mittwoche haben sich beispielsweise noch vier Opfer im Krankenhaus für Brandwunden in Neder Over Heembeek (im Norden von Brüssel) gemeldet.
Brandwunden und Hörschäden
Von den 155 Opfern erlitten 103 Verbrennungen, 29 davon mit Hörschäden. "Die Hände und das Gesicht waren erneut die Körperteile, an denen am häufigsten Verletzungen diagnostiziert wurden", berichtet die Stiftung: "Oft sind es kleinere, aber manchmal auch tiefe Verbrennungen, die durch den unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern verursacht wurden.”
Überwiegende Mehrheit der Verletzten sind Männer und Jungs
Die Mehrheit der Opfer (113) waren Männer oder Jungen. In 27 Prozent der Fälle waren die Opfer unter 21 Jahre alt, in den Vorjahren war der Anteil der jüngeren Opfer “nur” 10 Prozent. Außerdem handelt es sich häufiger um junge Leute aus städtischen Gebieten.
Schließlich ist noch anzumerken, dass die Opfer häufig durch illegale Feuerwerkskörper verletzt wurden (fast 70 Prozent). Oftmals stammen die Artikel aus Polen und seinen Nachbarländern. Die Gebrauchsanweisungen sind in einer Sprache verfasst sind, die die meisten Belgier nicht verstehen.
Die Stiftung und die belgischen Krankenhäuser für Brandwundenopfer fordern ein generelles Verbot für Feuerwerkskörper in Belgien.
