Die Obst- und Gemüseversteigerung Belorta in Borgloon (Provinz Limburg) hat 2022 einen Umsatz von 124 Millionen Euro erzielt. Dabei hat der Obstanbausektor im Hespengau ein schwieriges Jahr hinter sich. Vor allem der Apfelanbau leidet unter der internationalen Konkurrenz und dem Krieg in der Ukraine. Belorta ermutigt die Obstbauern daher, auf andere Obstsorten oder neue Kulturen umzusteigen.
Die Zeiten, in denen der Hespengau für den Anbau von Äpfeln und Birnen bekannt war, sind allem Anschei nach. Vor allem der Apfelanbau verliert an Boden. Noch vor nicht allzu langer Zeit erstreckten sich die Apfel- und Birnenplantagen zusammen auf 7.500 Hektar. Gegenwärtig machen die Apfelplantagen nur noch 5.000 Hektar Fläche aus.
Philippe Appeltans, Geschäftsführer von Belorta, rechnet in diesem Jahr außerdem mit einem weiteren Rückgang der Apfelbaumflächen im Hespengau. "Die Apfelplantagen werden 2023 weitere 10 Prozent an Fläche verlieren. Aber wir sehen dennoch auch eine positive Entwicklung. Der Kanzi-Apfel ist ein großer Erfolg und wir werden dieses Jahr auch eine neue Apfelsorte auf den internationalen Markt bringen.”
Pflaumen? Oder sogar Melonen?
Belorta, in der fast 14.000 flämische Gemüse- und Obstbauern als Genossenschaft zusammengeschlossen sind, ermutigt Obstbauern, eine andere Art des Anbaus oder neue Obstsorten auszuprobieren. "Zum Beispiel mit dem Anbau von Pflaumen", erklärt Philippe Appeltans: "Pflaumenbäume sind fast völlig verschwunden, aber wir haben mit Hilfe unserer Landwirte einige geschmackvolle Pflaumensorten ausgewählt, die wir länger ernten können. So können wir diese Pflaumen zehn Wochen lang auf dem Markt anbieten.”
"Ein weiterer großer Erfolg ist die Melone. Dank der hohen Temperaturen können wir im Hespengau sowohl die kleine gelbe Charentais als auch die Wassermelone anbauen.”
Aprikosen und Stachelbeeren?
"Inzwischen gibt es Obstbauern, die es mit Aprikosen versuchen. Und auch die Stachelbeeren sind wieder im Kommen", sagt Philippe Appeltans: "Wir kennen sie noch aus unserer Kindheit. Jetzt versuchen wir es mit süßeren Sorten, die auch Wachstumspotenzial haben.”
"Wir werden versuchen, das Sortiment der klassischen Beeren mit Heidelbeeren, Brombeeren und Himbeeren zu ergänzen. Beim Anbau dieser Beeren sind wir übrigens Marktführer", betonte Philippe Appeltans stolz.
