Die finanziellen Folgen der Cyberattacke gegen die Verwaltung von Antwerpen in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember drohen die Belastungen der Coronavirus-Pandemie und der Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge noch zu übertreffen. Die Stadtverwaltung bestätigte einen entsprechenden Bericht in der Tageszeitung Gazet van Antwerpen. Neben den zahlreichen Einnahmen, die im Dezember durch den Angriff auf das Computersystem verloren gegangen waren, muss nun ein Großteil des Haushalts für neue Computersysteme und deren Sicherung aufgewendet werden.
Eine genaue Schätzung der Kosten wird erst in einigen Monaten vorliegen, aber es soll sich um eine Summe von rund 70 Millionen Euro handeln. Diese umfasst entgangene Einnahmen sowie Personal- und Softwarekosten.
Falschparker können zwar ein Bußgeld erhalten, aber die feststellenden Beamten können nicht prüfen, ob ein Autofahrer für seinen Parkplatz bezahlt hat (und für wie lange). Die Stadtverwaltung kann auch keine Genehmigungen für die Einfahrt in Umweltzonen ausstellen und also keine Gebühren erheben oder Bußgelder gegen Parksünder verhängen.
Im Unterschied zur Pandemiekrise und der Aufnahme der ukrainischer Flüchtlinge erhält die Stadt keine Unterstützung von höheren Verwaltungen, erklärt der Stadtrat für Finanzen und Mobilität, Koen Kennis (flämische Nationalisten, N-VA). Jedes Kabinett müsse Lösungen suchen, um die notwendigen Mittel zu finden.

