Zum Hauptinhalt springen
Gesundheit

Zunehmende Gewalt gegen Polizei, Hilfs- und Rettungskräfte:  Strengere Bestrafung gefordert und Sensibilisierung geplant

Noch in diesem Monat wird es im belgischen Bundesland Flandern eine Meldestelle für Gewalt und Aggressivität gegen Hilfs- und Rettungskräfte geben. Die Gewalt nimmt deutlich zu, sowohl verbal als auch körperlich, was nicht zuletzt zahlreiche Vorfälle in der vergangenen Neujahrsnacht belegen. Das Krankenhaus ZOL in Genk in der Provinz Limburg wird ergänzend dazu in der nächsten Zeit mit einer Sensibilisierungskampagne aufwarten. Inzwischen fordern auch die Polizeigewerkschaften und die Feuerwehren in Belgien deutliche Reaktionen der Politik gegen die Gewalt gegen Hilfskräfte. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:
Aktualisiertupdate:

Die Aggressivität gegen Hilfskräfte nimmt auch in ganz Belgien zu. Das betrifft Feuerwehrleute, Polizisten, Notarztteams, Rettungskräfte aber auch Ärzte oder auch das Pflegepersonal in den Notaufnahmen der Krankenhäuser.

Am Beispiel der Notaufnahme des ZOL-Krankenhauses in Genk kann man erkennen, was da alles passiert. In der Neujahrsnacht wurden mehrere Personen in die Notaufnahme gebracht, die bei Schlägereien wurden. In der Notaufnahme selbst ging die Keilerei weiter, wobei auch das Pflegepersonal angegriffen wurde.

Jetzt wird in Flandern eine Meldestelle für solche Fälle eingerichtet, die von einer Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der verschiedenen Berufsvereinigungen im Pflege- und Gesundheitsbereich geleitet wird. Koordinator dieser Meldestelle ist Geert Berden, Chefpfleger der Notaufnahme des Sint-Trudo-Krankenhauses in Sint-Truiden in der Provinz Limburg. 

Meldestelle und Sensibilisierung

„Wir haben da wohl eine deutliche Hemmschwelle. Viele Kollegen melden so etwas nicht gerne. Darum ist es gut, dass unsere Meldestelle eine neutrale und anonyme Umgebung bildet,“ so Beerden.

Doch Beerden fordert auch eine deutliche juristische Konsequenz, denn zu oft werden solche Straftaten nicht schnell genug bestraft: „Die föderale Gesetzgebung ist vor kurzem angepasst worden, doch es bleibt für und wichtig, dass man im Auge behält, dass dies auch effektiv zu Verbesserungen führt. Diese Form der Aggression darf nicht ungestraft bleiben.“

Dem pflichtet Jurgen Ritzen vom ZOL-Krankenhaus in Genk bei: „Wir müssen versuchen, hier die Dinge beim Namen zu nennen. Unsere Leute verdienen so etwas nicht. Wir denken bereits seit einem Monat über Wege nach, wie man diesem Problem die Stirn bieten kann. Dabei soll und eine Kampagne, die intern und extern geführt werden muss, helfen. In den kommenden Monaten werden wir beschließen, wie wir unsere Sensibilisierungskampagne angehen.“ 

"Null Toleranz bei Angriffen auf Polizisten"

Bundesinnenministerin Annelies Verlinden (CD&V) unterstützt die Forderung der Polizeigewerkschaft NSVP für eine Null-Toleranz-Politik in der Frage der Gewalt gegen Polizisten und andere Hilfskräfte: „Wir müssen alles daransetzen, um die Zahl der Gewaltvorkommnisse auf ein Minimum zu beschränken. Die Täter müssen verfolgt und streng bestraft werden.“

Nach mehreren Angriffen gegen Hilfskräfte in der Neujahrsnacht läutete die NSVP einmal mehr die Alarmglocken. Polizeigewerkschaftler Carlo Medo sagte, dass das Problem seit Jahren in der Silvesternacht das gleiche sei: „Seit Jahren werden die Hilfskräfte bedrängt. Wir müssen uns dem wiedersetzen.“ Medo fordert, dass hier streng und schnell bestraft werden muss und dem pflichtet die Innenministerin bei: „Wir sind das der Polizei und den Feuerwehrleuten schuldig.“

Inzwischen wollen die Polizeigewerkschaften und die Verbände der Berufsfeuerwehren in Belgien Politik und Regierung unter Druck setzen und kündigen Streik- und Protestaktionen an.

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5