Bei Anwerbungen sind auf weltweiter Ebene Herkunft und Alter die wichtigsten Kennzeichen von Diskriminierung am Arbeitsmarkt. Dies ist aus einer Doktorarbeit eines Studierenden der Universität Gent (UGent) ersichtlich. Louis Lippens verglich bei seiner Studie Praxistests aus dem Zeitraum 2005 bis 2020 aus der ganzen Welt.
Studie der Universität Gent zur weltweiten Diskriminierung beim Anwerben von neuem Personal
Im Rahmen dieser Praxistests (rund 900.000 fiktive Bewerbungen zwischen 2005 und 2020) wurden gleichlautende Bewerbungen für offene Stellen eingereicht. Nur einige spezifische Angaben wurden darin geändert, z.B. das Bewerbungsfoto sowie Alter und Herkunft der Bewerber.
Weltweit wurde auf Bewerbungen von Kandidaten, die älter als 50 Jahre alt sind, viel weniger positiv reagiert, als bei Bewerbungen von 30-Jährigen. Das war in 34 % der Bewerbungen der Fall. Doktoratsstudent Louis Lippens stellte in seiner Studie ebenfalls fest, dass die altersbedingte Diskriminierung in Europa häufiger vorkommt, als in den USA.
Einwanderer überall benachteiligt
Körperliche Einschränkungen sind ebenso ein Problem bei Bewerbungen (41 %), wie auch deutlich die Herkunft von Bewerbern. Einwanderer werden fast überall auf der Welt am Arbeitsmarkt diskriminiert (29 %). In den USA zum Beispiel haben es Farbige viel schwerer auf dem Arbeitsmarkt, so die UGent-Studie und in Europa Personen mit maghrebinisch-arabischem Migrationshintergrund oder Einwanderer aus dem Nahen Osten.
Die sexuelle Orientierung (LGBTQI) hingegen ist bei weitem nicht mehr überall ein Grund, Bewerber abzulehnen. In einigen Ländern ist das noch so, doch aus den Praxistests, die in Belgien durchgeführt werden, ist ersichtlich, dass dies hier nicht mehr der Fall ist. Deutlich aus dieser Studie der Uni Gent ist, dass Diskriminierung am Arbeitsmarkt, wie auch immer geartet, weltweit ein Problem ist und bleibt.
