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"Besorgte Brüsseler" wollen das schließungsbedrohte Hallepoort-Museum selbst betreiben

Eine Gruppe von 5 Brüsselern will eine Kooperative gründen, um das von Schließung bedrohte Museum im Hallepoort weiterzubetreiben. Sie suchen dazu Partner z.B. bei Kulturorganisationen oder in der Geschäftswelt und wollen ein Crowdfunding auf den Weg bringen. Das Hallepoort-Museum im südlichen Teil Brüssels unweit der Marollen und des Bahnhofs Brüssel Süd/Midi gehört zu den Institutionen, die die Königlichen Museen für Kunst und Geschichte in Brüssel „loswerden“ wollen.

Andreas Kockartz
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Im November wurde bekannt, dass sich die die Königlichen Museen für Kunst und Geschichte in Brüssel (KMKG) von den seit geraumer Zeit ungenutzten und langsam verfallenden Bauten Japanischer Turm und chinesischer Pavillon in Laken trennen wollen, doch auch das Museum am Hallepoort soll abgestoßen werden.

Dieses Museum in alten Stadttor widmet sich der mittelalterlichen Geschichte Brüssels, wirft jedoch keine Gewinne mehr ab. Das bedeutet, dass sich der belgische Staat nach einem neuen Betreiber, Konzessionär oder gar Besitzer für dieses Denkmal umsehen muss.

Jetzt meldet sich eine Gruppe von 5 Personen, die sich „Besorgte Brüsseler“ nennen und wollen selbst versuchen, das Hallepoort-Museum vor der Schließung zu bewahren. Einer von ihnen, Armel De Schreye, sagte gegenüber der Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ, dass man ambitioniert sei: „Angesichts dessen, dass die staatlichen Behörden deutlich zeigen, dass sie kein Interesse am denkmalgeschützten Hallepoort haben, ist es vielleicht an den Brüsselern selbst, dieses Monument zu sichern. Warum soll man diese historische Perle nicht in Form einer Kooperative selbst betreiben?“

Angesichts dessen, dass die staatlichen Behörden deutlich zeigen, dass sie kein Interesse am denkmalgeschützten Hallepoort haben, ist es vielleicht an den Brüsselern selbst, dieses Monument zu sichern.“

Armel De Schreye von den „Besorgten Brüsselern“

Das Kollektiv „Besorgte Brüsseler“ richtet jetzt einen Aufruf an Brüsseler Organisationen, die sich ebenfalls mit der Geschichte ihrer Stadt beschäftigen, z.B. der Ommegang. Doch man wolle sich auch außerhalb Brüssels nach Partnern umschauen, genauer im Umland in Brabant. Dabei nannte De Schreyer auch den Gravensteen und das Schloss von Beersel und er geht sogar weiter in Richtung Ostbelgien: „Die Burg Reinhardstein wird von einem Verein betrieben. Das kann hier als Beispiel dienen.“

Ziel der Initiative ist wohl vor allem, zu verhindern, dass „Immobilien-Bonzen“ der Hallepoort in die Hände fällt und dass damit am Markt spekuliert wird: „Wenn die Spekulanten dran sind, dann besteht die Gefahr, dass aus dem Museum ein Hotelkomplex wird. Oder schlimmer noch. Es wird ein architekturales Ungetüm, das die letzten Spuren der reichen Geschichte Brüssels verwischt.“

Das Hallepoort-Museum zeigt unter anderem eine Wiege von Kaiser Karl, einige mittelalterliche Rüstungen, historisch bedeutsame Gegenstände aus der Zeit der Habsburger und aus der Geschichte der Brüsseler Gilden. Abschließend sagte der „Besorgte Brüsseler“ Armel De Schreye gegenüber BRUZZ: „Die Facetten des mittelalterlichen Brüssel wollen wir gerne dauerhaft gesichert sehen.“   

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