Die Fußballwelt verabschiedet sich von Pelé, der am 29. Dezember in Brasilien, im Alter von 82 Jahren verstorben ist. Pelé hatte zwar nie für einen europäischen Verein gespielt, aber die belgischen Fußballfans konnten den Brasilianer dennoch bei mehreren Gala- und Länderspielen hierzulande bewundern.
Zum Tod von Pelé: Fußballfans konnten den größten Fußballer aller Zeiten auch in Belgien bewundern
Während europäische Spitzenklubs heutzutage lukrative Tourneen in den USA, Asien oder dem Nahen Osten organisieren, damit Fußballfans vor Ort die besten Spieler der Welt mit eigenen Augen erleben können, waren die Umstände in den 1950er und 1960er Jahren ganz anders. Das Epizentrum des Fußballs liegt damals in Brasilien und dreht sich um Pelé. 1958 wurde der erst 17 Jahre alte Profi mit Brasilien Fußballweltmeister und wird zum Weltstar.
Gegen Anderlecht und Gent
Sein Verein Santos ging 1959 auf eine erste Europatournee, um dringend notwendige Gelder zu sammeln. Blickfang ist damals natürlich der frischgebackene Weltmeister und 18-jährige Spitzenfußballer, der in 44 Tagen alle 22 Spiele bestreitet.
“Es gab keine Zeit zum Ausruhen. Es ging nur von Stadion zu Stadion.”
Pelé auf Europatournee von Santos
Nach Bulgarien liegt die zweite Station dieser Europatournee in Belgien, wo sie am 26. Mai 1959 in Lüttich antreten.
Standard unterliegt mit 0:1. Am Tag danach erzielt Pelé beim 4:2-Sieg gegen Anderlecht zwei Tore. Auch in Gent schoss das brasilianische Fußballgenie ein weiteres Tor, aber La Gantoise gewinnt 2-1 gegen Santos.
Übrigens sollte die Europatournee für die Brasilianer zu einer jährlichen Tradition werden. 1960 besuchte Santos, angeführt von Pelé, zu Beginn dieser Tournee erneut Belgien. Pelé, der damals erst 19 Jahre alt war, erzielte fünf Tore in drei Spielen: Sowohl Standard, Anderlecht als auch La Gantoise lernten Pelé und seine Mannschaftskameraden jetzt richtig kennen.
Sein denkwürdigstes Spiel auf belgischem Boden muss die Begegnung mit dem Antwerpener Klub Beerschot gewesen sein. Mehr als 30.000 Zuschauer kamen zu dem Gala-Spiel und wurden von dem damals bereits legendären brasilianischen Stürmer sicher nicht enttäuscht. Beim 1:10-Sieg von Santos traf die Nummer 10 insgesamt sechs Mal.
Brasilianisches Fiasko in Brüssel
In den nächsten beiden Duellen in Belgien, 1960 und 1961 gegen Antwerpen, schießt Pelé kein Tor. Mit der brasilianischen Nationalmannschaft ist Pélé 1963 erneut in Belgien. Am 24. April 1963 und vor 46.000 Zuschauern im Heysel, muss der amtierende Weltmeister sich geschlagen geben. Während Pelé verletzt auf der Bank sitzen bleibt, gewinnen die Roten Teufel mit 5:1 am Ende. "Eine Schande", so die brasilianischen Medien.
Nach diesem Debakel dauert es fast 10 Jahre, bis Pelé wieder in einem belgischen Fußballstadion zu sehen ist. In den Jahren 1972 und 1973 spielt er mit Santos gegen Anderlecht, kann aber in beiden Spielen kein Tor erzielen. Die neuen Europatourneen bilden allmählich den Abschied von Pelé als Fußballprofi.
Zu einem Jubiläumsspiel zu Ehren der belgischen Fußballgröße Paul van Himst, dem "Weißen Pelé", reist sein brasilianisches Pendant 1975 noch einmal nach Belgien. Anderlecht spielt gegen eine Weltklasse-Mannschaft, zu der neben Pelé unter anderem auch Eusebio und Cruijff gehören.
Die Brüsseler verlieren 8:3 gegen die Weltstars. Pelé verschießt vor der Pause einen Elfmeter und fällt in der zweiten Halbzeit aus.
Doch der größte brasilianische Fußballer aller Zeiten glänzt ein letztes Mal auf belgischem Boden. 25.000 Zuschauer wollen ihn 1976 im Bosuil ein letztes Mal zaubern sehen.
Mit seinem neuen amerikanischen Team New York Cosmos kommt Pelé für eine letzte Tournee nach Europa. In Belgien spielt Cosmos gegen Antwerpen, ein Spiel, das mit 1:3 verloren wird. Ein schöner Schuss von Pelé sorgte für den Ausgleichstreffer.


