Im Forschungszentrum pcfruit in Sint-Truiden in der Provinz Limburg versuchen Wissenschaftler der Universitäten von Hasselt und Maastricht herauszufinden, ob Stoffe, die sich in Obst finden lassen, nicht auch anderweitig in der Industrie oder in der Wirtschaft genutzt werden können, z.B. am Bau oder im Textilsektor. Das Forschungszentrum arbeitet mit Mittel der flämischen Landesregierung, der EU und der flämischen Provinz Limburg.
Wissenschaftler von pcfruit prüfen, ob Obst auch am Bau oder in der Textilwirtschaft genutzt werden kann
Schon jetzt werden Pflanzen, wie Hanf, am Bau als Isolierungsmaterial genutzt. Pcfruit will jetzt prüfen, welche Stoffe, die das Obst enthält, in der Wirtschaft verwendet werden können. Dany Bylemans von pcfruit denkt da an einige ganz bestimmte Stoffe: „Ich denke beispielsweise an Ferulasäure. Diese kommt in vielen Obstsorten vor. Man könnte dies zum Beispiel im Textilsektor gebrauchen, um Kleidung biologisch abbaubar zu machen.“
Ferulasäure wird schon jetzt als Ausgangsstoff zur Herstellung von Vanillin und von antimikrobiellen Stoffen für Seifen, Duftstoffe und Kosmetika verwendet. Sie ist von Natur aus in den Blättern und Samen der meisten Pflanzen wie Auberginen, Tomaten, Getreidekörnern und Kaffee enthalten. Sie kommt aber auch in den Zellwänden von Obst und Gemüse wie Spinat, Rhabarber und Weintrauben vor.
Obst, das zum Beispiel durch schlechtes Wetter beschädigt wurde, wie durch Hagel oder Sonnenbrand, bringt den Bauern am Markt kaum bis nichts ein. Doch daraus können spezifische Komponenten gewonnen werden, die die Industrie nutzen kann.“
Dany Bylemans, Forschungszentrum pcfruit
Diese Forschung könnte für die Obstbauern in der flämischen Provinz Limburg sehr interessant sein, so Bylemans gegenüber VRT NWS: „Obst, das zum Beispiel durch schlechtes Wetter beschädigt wurde, wie durch Hagel oder Sonnenbrand, bringt den Bauern am Markt kaum bis nichts ein. Doch daraus können spezifische Komponenten gewonnen werden, die die Industrie nutzen kann. So geht dieses Obst nicht verloren. Solches Obst könnte maschinell geerntet werden oder einfach aufgehoben werden, wenn es von den Bäumen fällt.“
Pcfruit arbeitet hier zusammen mit den Universitäten von Hasselt (Flämisch-Limburg) und Maastricht (Provinz Südlimburg in den Niederlanden), mit den Textil-Innovationszentrum Centexbel in Gent (Ostflandern) sowie mit Compas Agro aus dem niederländischen Venlo (Provinz Nordlimburg in den Niederlanden): „Unser Forschungsprojekt dauert drei Jahre. Aus Erfahrung aus anderen Projekten wissen wir, dass wir innerhalb einiger Jahre wichtige Schritte gehen können, um danach mit Partnern aus der Industrie echte Produkte entwickeln zu können.“
Die Europäische Union, Flandern und die Provinz Limburg stellen dem Forschungsprojekt insgesamt 5 Mio. € zur Verfügung.
