Die Wasserqualität in den flämischen Agrargebieten verbessert sich nicht schnell genug. Dies ist aus Messungen der Flämischen Umweltgesellschaft (VMM) ersichtlich. Vor allem in der Provinz Westflandern und im Norden der Provinzen Antwerpen und Limburg besteht Nachholbedarf. Die VMM misst die Wasserqualität in landwirtschaftlichen Böden seit 1999, um damit die Effekte der flämischen Stickstoff- und Mistpläne zu verfolgen.
Unzureichende Verbesserung der Wasserqualität in Flanderns landwirtschaftlichen Böden
Diese Pläne dienen dazu, die Konzentration von Stick- und anderen Abfallstoffen im landwirtschaftlich genutzten Boden bzw. im Grundwasser zu senken. Weil eine schlechte Qualität des Grund- und des Oberflächenwassers für Probleme bei der Produktion von Trinkwasser sorgt, wurden auf EU-Ebene Richtwerte für Phosphat und für Nitrat festgelegt, die so im Auge behalten werden.
Doch momentan werden die angestrebten Ziele dieser Politik (noch) nicht erreicht. Im Winter 2021-2022 wurde an mindestens 22 % der Messpunkte der VMM mindestens einmal zu viel Nitrat im Boden festgestellt. Das ist zwar weniger als in den vergangenen Jahren, als dies in 30 % der getesteten Böden der Fall war, doch derzeit liegen die Werte wieder etwa so hoch, wie im Zeitraum 2013-2014.
Vor allem in Westflandern und im Norden der Provinzen Antwerpen und Limburg „ist noch Luft nach oben“. Nicht zuletzt schneiden die Flussbette von Ijzer, Maas und Leie in dieser Hinsicht nicht gut ab.
Relative Verbesserung
Die vorsichtigen Verbesserungen im Vergleich zu den vergangenen Jahren sind in erster Linie auf günstige Wetterbedingungen zurückzuführen. Zwischen 2017 und 2020 hatten die Landwirte auch in Flandern mit langen Trockenperioden zwischen Anpflanzung und Ernte zu kämpfen.
Im Sommer 2021 allerdings wurden die Nitratwerte verdünnt. Dieser Sommer war der nasseste Sommer seit Beginn der Messungen 1999. Die starken und teilweise anhaltenden Niederschläge sorgten auch für ein gutes Wachstum bei den Nutzpflanzen, die dadurch auch mehr Stickstoff aus dem Boden ziehen konnten.
Inzwischen verbesserten sich auch die Phosphatkonzentrationen im Boden. 2016 wurde an rund 70 % aller VMM-Messpunkte zu viel Phosphat gemessen. Jetzt ist dieser Wert auf 54 % gesunken. Das ist noch immer viel zu viel, doch auch hier sorge das niederschlagsreiche Jahr 2021 für eine Verbesserung.
Verschlechterung beim Oberflächenwasser
Aus dem Messungen der Flämischen Umweltgesellschaft ist aber auch ersichtlich, dass sich die Qualität des Oberflächenwassers, also des nicht tief liegenden Grundwassers, wieder verschlechtert hat.
2021 wurden an 35,4 % der Messpunkte Überschreitungen der flämischen Normen festgestellt. Auf Basis der entsprechenden Zahlen aus den vergangenen 4 Jahren stellt die VMM fest, dass es mehr landwirtschaftliche Böden gibt, an denen die Nitrat- und Phosphatwerte steigen, als Regionen, in denen diese Werte sinken.
