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Gesundheit

Die Ärzte in Belgien sehen sich immer häufiger Aggression und Gewalt ausgesetzt

Die Zahl der Meldungen von Aggressionen gegen Mediziner ist nach rückläufigen Zahlen wieder angestiegen. 2022 registrierte der belgische Ärzteverband fast 70 Fälle. Dies sei allerdings lediglich die Spitze des Eisbergs, denn die meisten Ärzte würden solche Fälle nicht melden. 

Andreas Kockartz
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Diese Aggressivität betrifft zwar eher selten körperliche Gewalt, so der Ärzteverband, doch sie ist sehr unterschiedlich. Das geht von knallenden Türen bis hin zu Zerstörungen im Warteraum; das betrifft übelste Beschimpfungen und verbale Aggressionen aber auch völlig ausflippende Patienten, die mit allem um sich werfen, was nicht niet- und nagelfest ist.

Doch auch wüste Beschimpfungen über das Telefon, über soziale Medien oder via Email sind nicht selten. Michel Deneyer vom belgischen Ärzteverband sagte gegenüber VRT NWS: „20 bis 22 % dieser Gewalt betreffen psychologische Bedrohungen oder auch Erpressung. Körperliche Gewalt kommt in 17 % der Fälle vor und unsere Meldestelle registrierte sogar 2 % Fälle von sexueller Gewalt. Umfassendere Studien sprechen aber auch von bis zu 10 % Fällen von sexueller Gewalt gegen das medizinische und pflegende Personal.“

Die Gewalt gegen Mediziner aller Art hat im Zuge der Coronakrise, als in den Arztpraxen und in den Krankenhäusern Hochdruck herrschte, enorm zugenommen. Sie ist zwar etwas zurückgegangen, doch 2022 kam es wieder zu einem Anstieg.

Der Ärzteverband fordert jetzt einen umfassenden Aktionsplan und eine Null-Toleranzpolitik in Sachen Gewalt gegen Mediziner und anderes Pflege- und Gesundheitspersonal. Ein Problem dabei betrifft konkret die Hausärzte. Nicht wenige von ihnen scheuen inzwischen Hausbesuche bei ihren Patienten aus Angst vor gewalttätigen Vorfällen. Benachteiligt dabei sind Patienten, die nicht mehr so mobil sind, dass sie zu ihrem Hausarzt in die Praxis kommen können.

Michel Deneyer vom Ärzteverband ist deutlich: „Wir brauchen unbedingt eine zentrale Meldestelle und eine Kampagne, die sich an die Bevölkerung richtet, um zu sagen, dass so etwas nicht geht.“ 

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