Die Herausforderungen, mit denen unsere Gesellschaft heute konfrontiert werden, seien groß, so Kardinal Jozef De Kesel bei seiner Predigt in der Mitternachtsmesse in der Brüsseler Kathedrale St. Michael und St. Gudula. Nur im dem wir solidarisch seien, könnten wir ihnen die Stirn bieten.
Die Weihnachtsbotschaft von Kardinal De Kesel: "Wir müssen uns der Gleichgültigkeit widersetzen"
In seiner Predigt in der Mitternachtsmesse am Heiligen Abend verwies der Kardinal insbesondere auf den Krieg in der Ukraine. Und er sprach über die „vielen Migranten, die auf der Flucht vor Gewalt und Armut sind.“ Nicht zuletzt bereiten auch dem Kardinal die klimatischen Veränderungen große Sorgen: „Wir müssen die Erderwärmung möglichst unter Kontrolle bekommen.“
Aber auch im eigenen Land seien die Sorgen groß und die Armut sei noch stets eine enorme Herausforderung: „Durch die Energiekrise steigt die Zahl der Menschen, die nur mit Mühen bis zum Ende des Monats rundkommen.“ Dies alles verursache Unsicherheit und Angst.
Kardinal De Kesel warnte aber auch vor den Gefahren, die solche Gefühle mit sich bringen können, nämlich davor, dass wir in die Verteidigung gehen und Schuldige für die aktuellen Umstände suchen. Und er warnte davor, dass wir und in uns selbst zurückziehen und die Not der anderen nicht mehr sehen: „Extreme Standpunkte bis selbst Komplotttheorien werden dann anziehend und nehmen den Platz von durchdachten Analysen ein, die einen Faktencheck überstehen. Darum ist Solidarität so wichtig.“
Weihnachten, so der Primas der belgischen Katholiken, sei ein Fest der Solidarität: „Wir müssen uns der Selbstgenügsamkeit und der Gleichgültigkeit widersetzen. Nicht was wir für uns selbst schaffen können, sondern das, was wir für andere bedeuten können macht das Leben lebenswert.“
